Naturmusiker

Seine Domäne war der Belcanto. Und Verdi. Zum viel zu frühen Tod des wunderbaren italienischen Dirigenten Antonino Fogliani

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Verdis «Il trovatore» zählt nicht zwingend zu den leicht-lockeren dirigentischen Übungen. So verzwickt die Handlung anmutet, so vielschichtig stellt sich auch die musikalische Textur dieses mittleren jener drei düsteren Nachtstücke dar, die der italienische Komponist zwischen 1853 und 1862 schrieb; und wie in den Bühnenwerken «Simon Boccanegra» und «La forza del destino» ist die tinta musicale zwar grundsätzlich eher düster, in ihrer polyvalent-pluralistischen Struktur jedoch nur äußerst schwer plausibel zu vermitteln.

Antonino Fogliani wusste, wie das geht.

Hören konnte man es noch Ende Juni, bei der «Trovatore»-Premiere an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf (die seine letzte sein sollte, aber das ahnten an diesem Abend wohl nur die wenigsten). Mit traumwandlerischer Sicherheit lotete Fogliani, seit 2017 Erster Gastdirigent des Hauses, an der Spitze der hoch motivierten, hellwachen Düsseldorfer Symphoniker auch an diesem Abend die diversen «Temperaturen» und häufigen Temperamentsschwankungen aus; nie demonstrativ, drastisch oder didaktisch, sondern immer mit jener federnden Leichtigkeit, die auch seine Rossini-Deutungen immer ausgezeichnet hat. Dabei wühlte sich Fogliani ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Magazin, Seite 93
von Jürgen Otten

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