Ein musiktheatraler Essay

Andriessen: De Materie an der Oper Antwerpen

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Louis Andriessen gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Niederlande. Das Œuvre des 2021 mit 82 Jahren verstorbenen Komponisten umfasst zahlreiche Gattungen, seine Musik spiegelt Einflüsse der mitteleuropäischen Musiktradition, orientiert sich aber auch an den amerikanischen Minimalisten und kannte keine Berührungsängste zu Jazz, Boogie-Woogie und sogar Rap.

Sein großes Musiktheater «De Materie» kam 1989 in der Regie von Robert Wilson zur Uraufführung und wurde erst 2014 im Rahmen der Ruhrtriennale zum zweiten Mal, nun in der Regie von Heiner Goebbels, szenisch realisiert. Eine dritte szenische Aufführung bringt jetzt die flämische Oper in Antwerpen heraus. Das rätselhafte Werk wirkt taufrisch. Oder zeitlos?

Schroffer beginnt wohl keine andere Oper: 144 orchestrale Hammerschläge eröffnen «De Materie». In immer kürzeren Abständen sausen sie schneidend herab, bevor acht Choristinnen und Choristen die Unabhängigkeitserklärung der Niederlande von den Spaniern im Jahr 1581 skandieren. Dieses politische Ereignis ist im ersten von vier Sätzen nur eines von drei Themen neben Schiffbau und der Person des niederländischen Theologen und Philosophen David Gorlaeus, der 1610 eine ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Panorama, Seite 58
von Regine Müller

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