Nadelstiche stärken
Sie haben in München an Zimmermanns «Soldaten» oder Strauss’ «Frau ohne Schatten» mitgearbeitet, dazu in eigenen Vorstellungen Mozart, Donizetti, Verdi und Johann Strauß dirigiert – gibt es noch weiße Flecken in Ihrem Stil-Repertoire?
In der ersten Saison war ich ausschließlich als Assistentin Kirill Petrenkos aktiv, dann hat sich der Tätigkeitsbereich erweitert. Ich bin sehr froh darüber, dass ich dieses breite Repertoire dirigieren kann.
Und ich finde es reizvoll und lehrreich, die verschiedenen Stile zu vergleichen und zu erkennen, wie eine Schule die andere beeinflusst hat. Erst einmal bin ich hier also gut versorgt (lacht).
Wie schwer fiel Ihnen der Entschluss, es in einer Männerdomäne zu versuchen?
Es wird immer leichter für uns Frauen am Pult. Die Gesellschaft wird offener und damit auch die Musikszene. Man traut Frauen mehr zu. Das Problem ist: Vielleicht gibt es noch zu wenige Dirigentinnen, die erfolgreich beweisen konnten, dass es funktioniert. Der Beruf verlangt sehr vieles, vor allem einen starken Charakter – nicht nur Talent und Fleiß. Und von Frauen fordert er, sich nicht zu schnell deprimieren zu lassen, wenn wir Nadelstichen und Andeutungen ausgesetzt sind: «Ist das ...
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Opernwelt März 2016
Rubrik: Magazin, Seite 81
von Markus Thiel
Nächstes Jahr ist Schluss. Schluss mit den anstrengenden, zeitraubenden Auftritten auf der Opernbühne. Die Marschallin will Renée Fleming noch einmal geben, in der kommenden Saison, wenn Christoph Waltz seine «Rosenkavalier»-Inszenierung aus Antwerpen an Covent Garden auffrischt (mit Andris Nelsons am Pult). Und dann ein letztes Mal an der Met. «Niemand soll sagen...
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