Tragicommedia
Eine Frage der Ehre ist es. Und der Wortwahl. «Integration» klingt schließlich allemal schöner als das böse F-Wort, das keiner in den Mund nehmen will. Fusion? Gerade weil man die Festwochen der Alten Musik nicht «verschlucken» will, sind alle Innsbrucker Verantwortlichen um den schönen Schein bemüht. Als «Tochtergesellschaft» des Tiroler Landestheaters wird das Sommer-Event nun weitergeführt. Künstlerisch eigenständig, wie es heißt, sogar mit budgetären Kompetenzen.
Und doch: Eines der renommiertesten Festivals für Barock und Vorklassik ist bald nicht mehr als eine in die Theaterferien verlängerte Unternehmung des Mutterhauses. Endgültig vorbei die Zeiten, als die Festwochen unter René Jacobs, zwischen 1991 und 2009 war das, international ausstrahlten mit ihren Entdeckungen, auch mit ihren aufregenden Neubewertungen des Standardrepertoires.
Landestheater-Intendant Johannes Reitmeier, dem als Künstler alle Fusionitis ein Graus sein müsste, ist die positive Grundstimmung nicht einmal zu verübeln. Elf Planstellen hat er durch die jüngste Entwicklung gewonnen, neun dank der Landesregierung, zwei durch interne Umschichtungen. Offenbar genug, um die Festwochen mitzubetreuen und im ...
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Opernwelt März 2016
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Markus Thiel
Sie haben in München an Zimmermanns «Soldaten» oder Strauss’ «Frau ohne Schatten» mitgearbeitet, dazu in eigenen Vorstellungen Mozart, Donizetti, Verdi und Johann Strauß dirigiert – gibt es noch weiße Flecken in Ihrem Stil-Repertoire?
In der ersten Saison war ich ausschließlich als Assistentin Kirill Petrenkos aktiv, dann hat sich der Tätigkeitsbereich erweitert....
Die aktuellste Pointe des Stücks kommt am Schluss. Gangsterboss Macheath, genannt Macky Messer, zündet damit beinahe einen virtuellen Sprengsatz: «Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?» Fast 88 Jahre nach der Uraufführung der «Dreigroschenoper» trifft die Behauptung der Herren Brecht und Weill, ein Bankraub sei ein Fingerschnippen gegen...
In ihrer Lübecker Mozart-Inszenierung versucht Sandra Leupold ins Szenische zu übertragen, was die Harmonielehre einen Trugschluss nennt: Nachdem die drei männlichen Protagonisten am Ende des Andante Nr. 30 ihr «Così fan tutte» geschmettert hatten, fällt der Vorhang, Guglielmo, Ferrando und Don Alfonso verbeugen sich, und das Saallicht wird eingeschaltet. Ein...
