Nachdenken über die Gegenwart
Zum Salzburger Vermächtnis Gerard Mortiers gehören nicht nur die Öffnung des Musiktheater-, Schauspiel- und Konzertprogramms für die Gegenwart, sondern auch das öffentliche Nachdenken über Grundfragen unserer Zeit. Dass die Künste ihren Sinn verlieren, wenn sie kulinarisch entschärft werden, vor der unsicheren, krisenbehafteten menschlichen Existenz fliehen, war für ihn eine Prämisse, die sein dramaturgisches Selbstverständnis zeitlebens bestimmte.
Wenn Mortier die «Festspiel-Dialoge», die er 1993 mit dem Philosophen und Kulturwissenschaftler Michael Fischer anstieß, «einen der wichtigsten Bausteine des neuen Salzburgs» nannte, so ist das nicht bloß eine kokette Formel.
Die Aktualität, Relevanz und thematische Spannweite der Reihe dokumentiert nun ein Band, der 39 Beiträge namhafter Wissenschaftler, Künstler und Publizisten aus zwei Jahrzehnten (1994–2014) versammelt. Ein inspirierendes Diskursfeld, das die Modernität der Liebes- und Todeserfahrung bei Shakespeare (Aleida Assmann) oder ein Plädoyer für die ekstatisch-verführerische Natur ästhetischen Erlebens (Karl Heinz Bohrer) ebenso einbegreift wie eine Erörterung über (Willens-)Freiheit und neuronale Steuersysteme aus Sicht ...
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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Albrecht Thiemann
alpha
07.02. – 21.50 Uhr
Absolute Prokofiew (1/5)
Valery Gergiev dirigiert
Symphonie Nr. 1
S: Trifonow
14.02. – 22.00 Uhr
Absolute Prokofiew (2/5)
Valery Gergiev dirigiert
Symphonie Nr. 2 und Nr. 3
S: Toradze
21.02. – 21.45 Uhr
Absolute Prokofiew (3/5)
Valery Gergiev dirigiert
Symphonie Nr. 4, Klavierkonzert Nr. 4 und Klaviersonate Nr. 7
S: Volodin
28.02. – 21.45...
Abhauen. Sagen, man ginge bloß mal um die Ecke, Zigaretten holen. Und nicht mehr heimkommen. Weg. Irgendwohin. Die Zurückgebliebenen würden später mit Glück ein paar Zettel finden mit bruchstückhaften Begründungen, eine Art Tagebuch, voll vom Schwanken zwischen Zweifel und Hoffnung, voller Skrupel und einem plötzlichen Entschluss. Und vielleicht stünde da etwas von...
Herr Neef, sind Sie fantasiebegabt? Hätten Sie sich noch widrigere Begleitumstände für Ihren Amtsantritt ausmalen können?
Imagination zu besitzen, ist fast schon eine Überlebensbedingung in der gegenwärtigen Situation. Aber man kann sich nicht aussuchen, unter welchen Umständen man eine neue Arbeitsstelle antritt – zudem jeder Theaterleiter auf der Welt zurzeit...
