Durchgefallen

Die Pandemie trifft vor allem die zahllosen freiberuflichen Künstler – Musiker, Sänger, Schauspieler, Bauchredner, Zauberer. Das Label «Solo-Selbstständige» berechtigt die meisten von ihnen kaum, staatliche Hilfen in Anspruch zu nehmen. Private Hilfs­projekte versuchen nun, ihnen unter die Arme zu greifen. Ein Erfahrungsbericht

Früher habe ich mich als freie Journalistin, Autorin und Freiberuflerin bezeichnet. Seit die Pandemie unser Leben beherrscht, gehöre ich zu den sogenannten Solo-Selbstständigen – ein Begriff, der mir vorher nicht geläufig war, aber eigentlich ziemlich klar benennt, was ich tue: Ich arbeite als freie Autorin alleine, auf eigenes Risiko. So traf mich Corona: mit voller Wucht. Denn auch KritikerInnen und ProgrammheftautorInnen hängen ganz unmittelbar am Kulturbetrieb. Der Ausfall von Premieren, Festivals und Konzerten bedeutet, dass außer Krisenberichterstattung fast nichts mehr geht.

Alle existenziell von der Krise Betroffenen äußern seit Monaten einhellig, das Schlimmste an der Situation sei das Gefühl der lähmenden Ohnmacht. Die eher zufällig ins Haus geflatterte Frage, bei der «KunstNothilfe» mitzumachen, hatte daher eine ungeheuer befreiende Wirkung: Selbst etwas tun zu können, um trotz des allgegenwärtigen Stillstands etwas zu bewegen, tätig zu werden, vertrieb das Gefühl der Ohnmacht.

Die «KunstNothilfe» gründete sich als Crowdfunding-Plattform zu Beginn der Krise und ist angedockt an die Bochumer GLS Bank, die vor allem ökologische, soziale und nachhaltige Projekte ...

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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 22
von Regine Müller

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