Durchgefallen
Früher habe ich mich als freie Journalistin, Autorin und Freiberuflerin bezeichnet. Seit die Pandemie unser Leben beherrscht, gehöre ich zu den sogenannten Solo-Selbstständigen – ein Begriff, der mir vorher nicht geläufig war, aber eigentlich ziemlich klar benennt, was ich tue: Ich arbeite als freie Autorin alleine, auf eigenes Risiko. So traf mich Corona: mit voller Wucht. Denn auch KritikerInnen und ProgrammheftautorInnen hängen ganz unmittelbar am Kulturbetrieb. Der Ausfall von Premieren, Festivals und Konzerten bedeutet, dass außer Krisenberichterstattung fast nichts mehr geht.
Alle existenziell von der Krise Betroffenen äußern seit Monaten einhellig, das Schlimmste an der Situation sei das Gefühl der lähmenden Ohnmacht. Die eher zufällig ins Haus geflatterte Frage, bei der «KunstNothilfe» mitzumachen, hatte daher eine ungeheuer befreiende Wirkung: Selbst etwas tun zu können, um trotz des allgegenwärtigen Stillstands etwas zu bewegen, tätig zu werden, vertrieb das Gefühl der Ohnmacht.
Die «KunstNothilfe» gründete sich als Crowdfunding-Plattform zu Beginn der Krise und ist angedockt an die Bochumer GLS Bank, die vor allem ökologische, soziale und nachhaltige Projekte ...
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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 22
von Regine Müller
Die Königin ist selig. Die Liebe wohnt in ihren heiligen Hallen, schmückt ihre Seele, verführt sie nach längerer Entbehrung zu schönsten Tagträumen in den Armen jenes Mannes, dem sie ihr Herz geschenkt hat. Und was für eine Stimme hat dieser Auserwählte! Glockenhell, glockenklar, glockenrein, so schmiegt sich der Countertenor von Philippe Jaroussky der Herrscherin...
Dezember 2009. «Inaugurazione» an der Mailänder Scala, die traditionelle Spielzeiteröffnung am Tag des Heiligen Ambrosius. Gespielt wird «Carmen» in großer Besetzung, mit Jonas Kaufmann, Erwin Schrott, Anita Rachvelishvili – und Daniel Barenboim am Pult. Regisseurin Emma Dante, eine Ikone des modernen italienischen Theaters, in der Oper aber Novizin, fordert den...
62. Jahrgang, Nr 2
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
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Best.-Nr. 752341
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