Durchgefallen
Früher habe ich mich als freie Journalistin, Autorin und Freiberuflerin bezeichnet. Seit die Pandemie unser Leben beherrscht, gehöre ich zu den sogenannten Solo-Selbstständigen – ein Begriff, der mir vorher nicht geläufig war, aber eigentlich ziemlich klar benennt, was ich tue: Ich arbeite als freie Autorin alleine, auf eigenes Risiko. So traf mich Corona: mit voller Wucht. Denn auch KritikerInnen und ProgrammheftautorInnen hängen ganz unmittelbar am Kulturbetrieb. Der Ausfall von Premieren, Festivals und Konzerten bedeutet, dass außer Krisenberichterstattung fast nichts mehr geht.
Alle existenziell von der Krise Betroffenen äußern seit Monaten einhellig, das Schlimmste an der Situation sei das Gefühl der lähmenden Ohnmacht. Die eher zufällig ins Haus geflatterte Frage, bei der «KunstNothilfe» mitzumachen, hatte daher eine ungeheuer befreiende Wirkung: Selbst etwas tun zu können, um trotz des allgegenwärtigen Stillstands etwas zu bewegen, tätig zu werden, vertrieb das Gefühl der Ohnmacht.
Die «KunstNothilfe» gründete sich als Crowdfunding-Plattform zu Beginn der Krise und ist angedockt an die Bochumer GLS Bank, die vor allem ökologische, soziale und nachhaltige Projekte ...
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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 22
von Regine Müller
Dem europäischen Theater ist die Sorge vor der Ansteckung mit Krankheiten bereits in der Antike vertraut. Miasmen und Pesthauch, später dann Bakterien und Viren sind die unsichtbaren Akteure der europäischen Theatergeschichte. Maßnahmen der Vorbeugung, der Prävention, aber auch die Angst vor der Ansteckung und dem Fremden haben den Ort des Theaters in der...
Diesem sogenannten richtigen Licht kam ich sehr nahe bei Katharina Wagners Inszenierung von «Tristan und Isolde» in Bayreuth 2015. Die Bilder trage ich immer noch in meinem Kopf – die Arbeit war ein Meilenstein in meinem beruflichen Leben. Im «Tristan» symbolisiert die Nacht bekanntlich die innerliche Welt der wahren, uneingeschränkten Liebe, im Gegensatz steht der...
Zuerst hört man nur das Geräusch von zwei Paar Schuhen. Dann tauchen Schatten an der Wand auf, ein Pianist und eine Sängerin treten ins Bild. Alles ist anders bei der 49. Ausgabe des Bundeswettbewerbs Gesang in diesem Corona-Jahr. Zuhörer und Unterstützer sind nicht zugelassen bei den Finalrunden, die im Foyer der Deutschen Oper Berlin stattfinden. Dennoch können...
