Multiple Schönheiten
Das in der Oper über Jahrhunderte fruchtbar bestellte Konfliktfeld zwischen privater Passion und politischer Pflicht war schon zu Lebzeiten Antonio Salieris ein altes Lied. Er besang es neu, indem er sich, wie bereits Lully oder Händel vor ihm, Torquato Tassos «Gerusalemme liberata» vornahm. Marco Coltellini, Geburtshelfer der Opernreform von Salieris Mentor Christoph Willibald Gluck, schuf seinem aufstrebenden Landsmann für dessen Wiener Debüt auf dem verminten, weil im Barock weithin abgegrasten Gelände der Opera seria das passende Libretto – als verblüffend moderne Steilvorlage.
Da fehlen alle ausufernden Nebenhandlungen, das Geschehen ist in drei relativ kurzen Akten intensiv fokussiert auf Kreuzritter Rinaldo und Sarazenin Armida, denen als erstaunlich starke (und mit eigenen Arien gut bestückte) Dienerfiguren nur Ismene auf Seiten der Zauberin und Ubaldo als christlicher Eindringling zugesellt sind. Der statische Schematismus von Rezitativ und Arie ist weitgehend zugunsten eines flüssigen Formprinzips aufgehoben, das Chorsätze, Ballette, Arioses und Rezitavisches zu größeren Einheiten zusammenfasst, die die dramatische Spannung hochhalten. Salieri kann so in seiner ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: CD des Monats, Seite 33
von Peter Krause
Charakterdarsteller
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Barockmuse
Mit ihrer...
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