Nichtstun ist keine Alternative
Auf der einen Seite Virologen, Politiker und große Teile der Bevölkerung, die zur Bekämpfung der Pandemie radikale Kontaktbeschränkungen fordern, durchsetzen, akzeptieren. Auf der anderen Seite diejenigen, die froh sind über jede Sondergenehmigung des Senats für die künstlerische Ausbildung, über jeden irgend möglichen Gestaltungsspielraum. Unsere Ausbildung lebt von der unmittelbaren Begegnung, von Kontakt, von Berührung.
Wie schafft man es, in den ausgerufenen Online-Semestern, den Studierenden Angebote zu machen, damit Monate, ganze Semester nicht zu einer verlorenen Zeit werden? Wie geht das: den singenden, tanzenden Schauspieler online auszubilden? Wie schaffe ich es, die Kernprämissen meines Unterrichts – «Spielen heißt Reagieren» und «Alles geht vom Partner aus, alles zielt auf den Partner» – nicht zu verlieren? Es ist nur eingeschränkt, nur mit Verlusten möglich. Aber natürlich ist Nichtstun keine Alternative. Wie gesagt: Reagieren.
Ich habe in den ersten Wochen der Universitäts-Schließung erst mal gemacht, was meines Wissens alle Schauspieldozenten überall gemacht haben: Online-Monologe. Und ich kenne nun die Badewannen und WG-Zimmer unserer Studierenden, die ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 16
von Mathias Noack
62. Jahrgang, Nr 3
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752342
REDAKTION OPERNWELT
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
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REDAKTION
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REDAKTIONSBÜRO
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Oper und Corona. Man könnte inzwischen genauso gut von Gott und Satan sprechen. Die Zuschauerräume sind leer. Genau das, wofür wir innigst kämpfen sollen, die Oper, geht nicht mehr. Studieren, Opernregisseur werden, eine Karriere aufbauen, den Druck des Studiums aushalten, uns im (stark strukturierten) Establishment des (stark subventionierten) Opern-Business...
Es ist nur ein Blick, kurz, flüchtig, beiläufig. Man könnte ihn, wäre man für Sekunden unaufmerksam oder abgelenkt, sogar übersehen. Doch Vorsicht ist geboten. In diesem Blick steckt weit mehr als eine knappe Beobachtung; eine ganze Anschauung ist darin verborgen. Und für mein Thema überaus wichtig: Es ist der Blick einer Frau, der einer anderen Frau gilt. Und...
