Nichtstun ist keine Alternative
Auf der einen Seite Virologen, Politiker und große Teile der Bevölkerung, die zur Bekämpfung der Pandemie radikale Kontaktbeschränkungen fordern, durchsetzen, akzeptieren. Auf der anderen Seite diejenigen, die froh sind über jede Sondergenehmigung des Senats für die künstlerische Ausbildung, über jeden irgend möglichen Gestaltungsspielraum. Unsere Ausbildung lebt von der unmittelbaren Begegnung, von Kontakt, von Berührung.
Wie schafft man es, in den ausgerufenen Online-Semestern, den Studierenden Angebote zu machen, damit Monate, ganze Semester nicht zu einer verlorenen Zeit werden? Wie geht das: den singenden, tanzenden Schauspieler online auszubilden? Wie schaffe ich es, die Kernprämissen meines Unterrichts – «Spielen heißt Reagieren» und «Alles geht vom Partner aus, alles zielt auf den Partner» – nicht zu verlieren? Es ist nur eingeschränkt, nur mit Verlusten möglich. Aber natürlich ist Nichtstun keine Alternative. Wie gesagt: Reagieren.
Ich habe in den ersten Wochen der Universitäts-Schließung erst mal gemacht, was meines Wissens alle Schauspieldozenten überall gemacht haben: Online-Monologe. Und ich kenne nun die Badewannen und WG-Zimmer unserer Studierenden, die ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 16
von Mathias Noack
Das Publikum steuerte dieses Jahr nicht das Theaterhaus, sondern ein Internetportal an. Die Epidemie ließ Eclat, dem Festival Neue Musik Stuttgart, in seinem 41. Jahr keine andere Chance als diese Hybrid-Form. Am Eröffnungsabend ging man ab 19 Uhr live vor leeren Reihen aus dem angestammten und beliebten Festivalort auf Sendung. Grund genug, melancholisch zu...
Herr Bosch, ein offener Brief an die Bundeskanzlerin, Vorsitz in der GMD-Konferenz etc.: Wie bewerten Sie diesen Teil Ihres Terminkalenders?
Das alles sind wichtige Bestandteile meiner Arbeit, aber sie dienen ausnahmslos dem einen Ziel: Musik zu machen unter möglichst guten Bedingungen. Dass ich für dieses Ziel auch viele Aufgaben wahrnehme, die mit Proben,...
Im April 2007 fand, schon lange überfällig, in Salzburg ein internationaler Strawinsky-Kongress statt, der einen doch leicht konsterniert zurückließ. Vergegenwärtigte er doch noch einmal die ein halbes Jahrhundert zurückliegende Kontroverse über Theodor W. Adornos «Philosophie der neuen Musik», samt ihrer Suche nach der «wahren» authentischen Moderne im Lichte der...
