Das sagt sich so leicht nicht
Das «Rheingold» wird in diesem Jahr bei den Bayreuther Festspielen endlich einmal am Wasser stattfinden, wenngleich nicht am Rhein, sondern nur am kleinen Teich im Festspielpark. Und auch die Musik für die Inszenierung des Puppenspielers und Regisseurs Nikolaus Habjan wird nicht von Richard Wagner sein, sondern vom zeitgenössischen Komponisten Gordon Kampe. Nachdem die geplante Neuinszenierung der «Ring»-Tetralogie bereits im letzten Jahr Pandemie-bedingt ausfiel, hat Festivalchefin Katharina Wagner das Bayreuther Kernstück für diesen Sommer in seine Einzelteile zerlegt.
Der unter anderem für seine experimentellen Musiktheaterproduktionen bekannte Jay Scheib wird sich in einer multimedialen Arbeit mit dem «Siegfried» beschäftigen, die bildende Künstlerin Chiharu Shiota im Festspielpark eine Installation zur «Götterdämmerung» einrichten. Im Festspielhaus selbst dagegen wird vom «Ring» nur die «Walküre» zu sehen oder mindestens zu hören sein. Denn der Aktionskünstler Hermann Nitsch soll sie dort keineswegs inszenieren, sondern nur «gestalten», wie es in der Ankündigung heißt – was wohl auf eine Art Parallelaktion zur Musik hinauslaufen dürfte.
Man darf gespannt sein, ob Monika ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 12
von Michael Stallknecht
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Die Provokation war evident, ästhetisch wie ideologisch. Heiner Müllers «Sechs Punkte zur Oper», zwei Jahre nach der Uraufführung von Paul Dessaus Musiktheater «Lanzelot» auf ein Schauspiel von Jewgeni Schwarz formuliert, trafen ins Mark eines Staates, der sich von Anbeginn an nicht sicher war, wie er mit seinen Künsten zu verfahren hatte. Das bewies schon allein...
Auf der einen Seite Virologen, Politiker und große Teile der Bevölkerung, die zur Bekämpfung der Pandemie radikale Kontaktbeschränkungen fordern, durchsetzen, akzeptieren. Auf der anderen Seite diejenigen, die froh sind über jede Sondergenehmigung des Senats für die künstlerische Ausbildung, über jeden irgend möglichen Gestaltungsspielraum. Unsere Ausbildung lebt...
