Müde Posse, muntere Musik
Die Saarbrücker Generalintendantin Dagmar Schlingmann hat für ihre Inszenierung von Rossinis «Barbier von Sevilla» an der Commedia dell’arte Maß genommen. Herausgekommen ist allerdings wenig mehr als eine müde Posse. Originell geriet der Beginn, wenn Almavivas Ständchen auf die von ihrem Vormund Bartolo unter Verschluss gehaltene Rosina vom karikierten Auftritt einer chaotischen Instrumentalistengruppe begleitet wird, die einen fetzigen Flamenco auf die Bretter legt.
Danach versackte das Spiel auf der von Sabine Mader reichlich fantasielos gestalteten Bühne mehr und mehr in standardisierten Gags, die nicht einmal gekonnt serviert wurden. Und dort, wo Rossini, wie im Finale des ersten Aktes, mit seiner Frenesie bereits ans absurde Theater grenzt, wo die Musik abhebt und den Irrsinn der Welt als Welt des Irrsinns hervorkehrt, gab sich die Regisseurin mit einem behäbigen Humor zufrieden.
Das war allein schon deswegen schade, weil Gastdirigent Will Humburg das Saarländische Staats-
orchester bestens auf Rossinis Ton und Geist eingeschworen hatte. Die Musik glitzerte vor Witz und funkelte vor Charme; selbst die anfangs etwas schwerfällig artikulierenden Streicher ließen sich im Verlauf ...
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