Klingender Realismus
Sven-David Sandström (Jahrgang 1942) gehört heute zu den produktivsten und am meisten aufgeführten Komponisten Schwedens. Ursprünglich als enfant terrible betrachtet (unter anderem hat er 1982 mit seinem Requiem eine für schwedische Verhältnisse ungewöhnlich vehemente Musikdebatte provoziert), festigte er seinen Ruhm schon früh mit Orchesterwerken. Bis heute hat er mehr als 300 Stücke geschrieben. Als langjähriger Chorsänger hat er auch für Vokalmusik ein besonderes Gespür. Als Opernkomponist ist er vor genau zehn Jahren mit «Die Stadt» hervorgetreten.
Das Stück wurde an der Königlichen Oper Stockholm mit Anne Sofie von Otter und Malena Ernman uraufgeführt. «Batseba» ist Sandströms achte Oper: eine Bearbeitung des Romans «Bat Seba» (1984) von Torgny Lindgren. Gesungen wird auf Englisch (Libretto: Leif Janzon) mit schwedischen Untertiteln.
Es geht um die biblisch-archaische Geschichte von König David, um seine Königin und seine Söhne: genug Stoff auch für die Gegenwart. Zeitlos und endlos sind die Kämpfe zwischen Mann und Frau, Mensch und Gott, Macht und Liebe. Ein düsteres Sujet über Misshandlung, Mord, Kastration und Rache. Aus der jungen, unterdrückten, schönen Batseba wird eine ...
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