Mozart: Idomeneo
Die Uraufführung von Mozarts «Idomeneo» (1781) ging beinahe auf den Tag genau sieben Jahre vor der britischen Kolonisierung Australiens über die Bühne. Wenn sich die Pinchgut Opera in Sydney dieses Stücks angenommen und dessen Aufführung zu einem wichtigen Ereignis der australischen Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag des Komponisten gemacht hat, so ist dies auch ein Symbol für die ungebrochene Sogkraft europäischer Kunst auf diesem potenziell eher kunstfeindlichen Kontinent am anderen Ende der Welt.
Die Pinchgut Opera – ihr Schwerpunkt liegt auf dem vorklassischen Repertoire – ist unter anderem mit Werken von Monteverdi, Purcell, Rameau und Händel hervorgetreten. Alle Produktionen werden in der Angel Place Recital Hall gezeigt, einer Spielstätte mit hervorragender Akustik, doch sehr begrenzten Theater-Ressourcen. Trotzdem zählt der «Idomeneo» der Company zum Interessantesten, was die Opernszene Sydneys letzthin zu bieten hatte. Und das, obwohl Antony Walker am Pult des Orchestra of the Antipodes keineswegs restlos überzeugte: klar artikulierende hohe Streicher auf der einen, ein etwas mulmiger Klang der tiefen Instrumente auf der anderen Seite; auftrumpfende Hörner hier, kaum ...
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