Flotte Artistik, beklemmende Seelenschau

Prokofjews «Die Liebe zu den drei Orangen» und Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» aus der Nederlandse Opera Amsterdam

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Der französische Regisseur Laurent Pelly zeigt in seiner Amsterdamer Produktion von Prokofjews «Die Liebe zu den drei Orangen» aus dem Jahr 2005 Personen, deren Leben durch ein Kartenspiel bestimmt wird – jenes, mit dem die Hexe Fata Morgana und der Zauberer Tschélio zu Beginn um das Schicksal des Königreichs und des Prinzen pokern. Durch diese Grundkonstellation wirkt der Plot dieses subversiven Werks so raffiniert wie absurd. Pellys Inszenierung unterstreicht die Willkür der ganzen Handlung noch.

Zudem lässt das kongeniale Bühnenbild von Chantal Thomas – überdimensionale Spielkarten in jedem erdenklichen Arrangement und von mannigfaltiger Bühnenwirkung – das konsequent Antipsychologische, um das es Prokofjew ging, noch einmal programmatisch hervortreten: Die klischeehaften Protagonisten dieser Commedia-dell’arte-Adaption sind als Individuen völlig uninte­ressant. Wie die Spielkarten des Bühnenbilds scheinen sie außer der dem Pub­likum zugewandten Seite nur noch eine Rückseite zu besitzen, die bei allen gleich ge­mustert ist – alle Figuren stammen schließlich aus dem gleichen Kartenset, der gleichen Theater-Traumfabrik. Die DVD, die dies nun eingefangen hat, ist hervorragend ...

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Opernwelt Februar 2007
Rubrik: DVDs, Seite 54
von Matthias Nöther

Vergriffen
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