Mozart aus Neapel und Wien
Der viel gerühmte Wiener Mozart-Stil der Nachkriegszeit wurde wesentlich von der Arbeit des Dirigenten Josef Krips geprägt, einem uneitlen, sensiblen Musiker, der beim Probieren zugleich ein Präzisionsfanatiker war. Dass er nur zwei Mozart-Opern, «Die Entführung aus dem Serail» und «Don Giovanni», auf Schallplatten einspielen konnte, ist zu bedauern.
Desto mehr begrüßt man die späte Veröffentlichung einer Live-Aufnahme der «Così fan tutte» von 1968 bei Orfeo, auch wenn es sich dabei um keine Premiere, sondern eine Wiederaufnahme einer alten Inszenierung Günther Rennerts handelt. Sie bekräftigt im orchestralen Bereich den großen Ruf des Dirigenten aufs Beste. So schlank, so federnd, so schwerelos und zugleich ernst und gefühlstief hört man Mozart selten gespielt.
Die Besetzung hält indes nicht, was sie auf dem Papier verspricht. Das gilt besonders für Christa Ludwig, Walter Berry und Eberhard Wächter, drei herausragende Stützen des Wiener Mozart-Ensembles. Die Ludwig war zu diesem Zeitpunkt längst in hochdramatische Soprangefilde aufgebrochen und hatte für ihre einstige Glanzrolle Dorabella nicht mehr die Wärme und Geschmeidigkeit aufzubieten, die ihre Aufnahmen und Mitschnitte ...
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