Mozart aus Neapel und Wien

Historische Live-Aufnahmen unter ­Peter Maag und Josef Krips als CD-Premieren

Opernwelt - Logo

Der viel gerühmte Wiener Mozart-Stil der Nachkriegszeit wurde wesentlich von der Arbeit des Dirigenten Josef Krips geprägt, einem uneitlen, sensiblen Musiker, der beim Probieren zugleich ein Präzisionsfanatiker war. Dass er nur zwei Mozart-Opern, «Die Entführung aus dem Serail» und «Don Giovanni», auf Schallplatten einspielen konnte, ist zu bedauern.

Desto mehr begrüßt man die späte Veröffentlichung einer Live-Aufnahme der «Così fan tutte» von 1968 bei Orfeo, auch wenn es sich dabei um keine Premiere, sondern eine Wiederaufnahme ­einer alten Inszenierung Günther Rennerts handelt. Sie bekräftigt im orchestralen Bereich den großen Ruf des Dirigenten aufs Beste. So schlank, so federnd, so schwerelos und zugleich ernst und gefühlstief hört man Mozart selten gespielt.
Die Besetzung hält indes nicht, was sie auf dem Papier verspricht. Das gilt besonders für Christa Ludwig, Walter Berry und Eberhard Wächter, drei herausragende Stützen des Wiener Mozart-Ensembles. Die Ludwig war zu diesem Zeitpunkt längst in hochdramatische Soprangefilde aufgebrochen und hatte für ihre einstige Glanzrolle Dorabella nicht mehr die Wärme und Geschmeidigkeit aufzubieten, die ihre Aufnahmen und Mitschnitte ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2007
Rubrik: CDs, Seite 53
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wagner-Voodoo

Kein Zweifel: Der auf den Wassern der Erde umherirrende Fliegende Holländer muss unweit der südamerikanischen Küstenstadt Belem auch in das größte Stromgebiet der Welt eingelaufen sein und, immer westwärts, den Urwald erreicht haben, um sich dort, mitten im brasilianischen Dschungel, in Manaus, der Stadt am Zusammenfluss von Rio Negro und Rio Solimões, mit den...

Walhall des 21. Jahrhunderts

Riesenvogel, Raubfisch, Raumschiff. San­tiago Calatravas futuristischer Opernbau in Valencia weckt viele Assoziationen. Die schwebende, spektakulär aufgebrochene Kubatur, die kühn geschwungenen, scheinbar alle Gesetze der Statik außer Kraft setzenden Formen des «Pa­lau de Les Arts Reina Sofia» dokumentieren nicht nur die Möglichkeiten einer Architektur, die sich...

Nicht singen!

Ein Blick genügt, das Drama zu schauen. Wo gewöhnlich Fauteuils sich befanden, teure Teppiche, kristallene Leuchter, schmucke Vasen und imposante Spiegel, da steht jetzt, im Deutschen Theater Berlin, vor geschlossenem rotem Vorhang, nicht mehr als ein braunlederner Dreiteiler auf einer Spielfläche von höchstens neun Quadratmetern. Nichts ist übrig geblieben vom...