Unterm Kreuz

Wiesbaden, Gounod: Faust

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Kein Unbekannter und doch ein Debütant: Jean-Chris­tophe Maillot ist von Hause aus Choreograf. Als solcher hat er schon einmal, in seiner Heimatstadt Tours, an ­einer Inszenierung des vieraktigen «Faust» von Charles Gounod mitgearbeitet: eine Erfahrung, die möglicherweise seine erste Opernregie nachhaltiger beeinflusst, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Der Tod des Valentin, bekennt der Direktor der Ballets de Monte-Carlo, entspricht dem Bild, das ihn an seinen sterbenden Vater erinnert. Der hatte seinerzeit das Bühnenbild der Auffüh­rung entworfen.


Am Hessischen Staatstheater ist Rolf Sachs mit von der Partie, und der Designer und Objektkünstler (ein Sohn von Gunther Sachs) konzentriert den Konflikt auf wenige Requisiten, die in dem meist leeren, aber wandelbaren Raum eine geradezu beängstigende Bedeutung gewinnen. Das Kreuz, bühnenhoch und lichtdurchlässig, wird mehr und mehr zu einem Ort, an dem sich die Geister scheiden. Mal wirft es einen riesenhaften Schatten auf die Szene, wenn Mephisto seine Spielchen treibt, mal weitet es sich glühend rot zum Raum, in dem sich schemenhaft die scheinbar nackten Körper von Faust und Margarete sündig vereinen. Zum «X» gekippt, ...

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Opernwelt Juni 2007
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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