Uraufführung zum Auftakt

Der 70. Maggio Musicale in Florenz und Ivan Fideles «Antigone»

«Tornato è maggio da eterno viaggio»: Wie romantisch, sich diese Mai-Serenata aus Umberto Giordanos Oper «La cena delle beffe» als Inspirationsquelle des Maggio Musicale Fiorentino vorzustellen, zumal Giordanos Verismo-Perle von 1924 im prachtvollen Florenz Lorenzo Magnificos spielt.

Nach Gründung des Floren­tiner Orchesters 1928 besteht der von Vittorio Gui gegründete Maggio seit 1933, hat zwar keine ewige Reise, aber doch ein Stück glorreicher Geschichte hinter sich und definiert sich als Opern­festival, dessen Extra­vaganz durch faszinierende Visualität und illustre Namen garantiert wird. Max Reinhardt, Gründgens, Visconti, de Chirico, Kokoschka, Karajan und die Callas – alle kamen. Seit 1985 leitet Zubin Mehta das Festival, das von Ende April bis Ende Juni dauert.
Der diesjährige Maggio steht unter dem mehrdeutigen Motto «Mythos und Gegenwart». In einer Presseankündigung ist von finanziellen Einschnitten die Rede, aber auch von der Absicht, die ruhmreiche Geschichte des ältesten Fes­ti­vals Italiens würdig fortzusetzen. Die Kürzung des italienischen Kulturfonds FUS sowie die allgemeine Krise der öffentlichen Haushalte hat auch den Maggio empfindlich getroffen. Trotz schmalen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2007
Rubrik: Magazin, Seite 24
von Wolfgang Molkow

Vergriffen
Weitere Beiträge
Tapfere Treffen

Natürlich gehört die Stadt Bayreuth zu den öffentlichen Geldgebern, die das Wagner’sche Sommertheater auf dem Grünen Hügel unterstützen. Es geht ums Renommee und um jenen Hauch von Weltläufigkeit, von dem man in Oberfranken ein ganzes Jahr zehrt – bis die Fanfaren zu den nächsten Festspielen blasen. Ein Opernensemble oder ein Profiorchester, das von September bis...

Ins Glück getragen

Schon mit den ersten Takten hebt sich ein Glitzervorhang und gibt den Blick frei auf Anna. Sie blättert in einem Lifestyle-Magazin, zieht sich die Lippen nach und rasiert die Waden. Oder sollten wir es doch mit Manon zu tun haben, die, wie wir gelesen haben, bei einem
gewissen Abbé als Romanheldin auftaucht und später, ebenfalls lange her, von einem Franzosen zum...

Walhall des 21. Jahrhunderts

Riesenvogel, Raubfisch, Raumschiff. San­tiago Calatravas futuristischer Opernbau in Valencia weckt viele Assoziationen. Die schwebende, spektakulär aufgebrochene Kubatur, die kühn geschwungenen, scheinbar alle Gesetze der Statik außer Kraft setzenden Formen des «Pa­lau de Les Arts Reina Sofia» dokumentieren nicht nur die Möglichkeiten einer Architektur, die sich...