Monteverdi war stärker
Wie es fassen? Wie es genau definieren? «Alles klingt natürlich, es ist Kunst und es ist Natur», müht sich Nikolaus Harnoncourt um eine Einkreisung. «Der Komponist malt und seine Klänge bewegen sich.» Und das Spielen? «Wir machen es alles so, als gäbe es nichts als lebende, überraschende Musik.» Ende der 1960er-Jahre ist das passiert, bei «L’Orfeo». Und wer diese Zeilen liest, spürt noch heute das Staunen, das einhergeht mit Erkenntnis und Erleuchtung.
Nicht nur wie in diesem Fall bei Monteverdi, auch bei den anderen Meistern aus Renaissance und Barock, nach einigen Jahren dann bei Mozart. Und gerade weil diese Texte oft ungeschliffen sind, aus einem emphatischen Erzählen heraus geboren, spürt man viel von dieser Aufbruchstimmung, die mit «Revolution der Aufführungspraxis» nur ungenügend und viel zu abstrakt umschrieben ist.
Schon einige Bücher gibt es von Harnoncourt, doch dieses ist besonders. «Wir sind eine Entdeckergemeinschaft» versammelt Essays, Notizen, Tagebucheinträge, sogar nie abgeschickte, sarkastische Briefe an Kritiker des 2016 gestorbenen Doyens der Alten Musik. Seine Ehefrau Alice Harnoncourt hat dazu ins Familienarchiv gegriffen, um die Entstehungszeit des ...
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Opernwelt April 2018
Rubrik: Buch des Monats, Seite 29
von Markus Thiel
alpha
01.04. – 20.15 Uhr
Günter Wand dirigiert Beethoven
Symphonie Nr. 6 F-Dur, op. 68 – «Pastorale»
NDR-Sinfonieorchester,Schleswig-Holstein Musik Festival 1994
08.04. – 20.15 Uhr
Concerto Köln spielt Händel
Suite für Orchester Nr. 1 F-Dur,
Vivaldi
Konzert für Oboe, Streicher und Basso continuo C-Dur,
Dall'Abaco
Concerto a più istrumenti
D-Dur op. 5
Schwetzinger SWR...
Seit der Uraufführung 2012 beim Festival in Aix-en-Provence ist George Benjamins «Written on Skin» um die halbe Welt gereist, meist in Katie Mitchells Originalinszenierung. Regisseur William Kerley und Ausstatter Tom Rogers zapfen jetzt frische Adern an: Opera Philadelphia hat eine packende Neuproduktion herausgebracht.
In Martin Crimps Libretto, das eine...
Die Nacht der Liebe, sie ist Unter den Linden nicht Rausch, nicht Zauberspuk oder Krankheit, sondern eine Bedrohung. Ein Spiel, das Tristan nur zum Schein mitspielt. Weil es kein Entrinnen gibt aus dem Hause Marke. Weil Isolde nicht locker lässt, es wirklich ernst meint mit ihm, der am liebsten davongelaufen wäre. Zur Jagd mit der feierlaunigen Gesellschaft, die...
