Gefaltet und gespalten
Dunkel ist’s. Rabenschwarz. Eine quadratische Öffnung lässt sich erahnen; sie nimmt Kontur an, wenn das Licht, das Franck Evin von oben hereinfallen lässt, den Blick freigibt auf die mit wenigen Strichen gezeichneten, sparsam bewegten, in einen silbernen Ton gefassten Bilder, die Regisseur Andreas Homoki erdacht hat. Zu sehen sind Damen im Reifrock mit Schirm und Herren im Gehrock mit Zylinder – die Kostüme von Klaus Bruns charakterisieren scharf.
Dazu hat Bühnenbildner Frank Philipp Schlößmann da einen Salontisch, dort ein Biedermeiersofa, bisweilen auch nur einen Sessel bereitgestellt. Mehr braucht es nicht, es spricht deutlich genug.
Mag sein, dass es so ausgesehen hat im Kopf des Nikolaus Lenau – des berühmten Dichters der Schumann-Zeit, dessen einzigartiger Ruf nicht zuletzt auf die zahlreichen Vertonungen seiner Verse zurückging. Immer wieder dieses Dunkel, immer wieder diese Erinnerungsfetzen, zum Beispiel an die diversen Frauen, denen der Dichter zugetan war, denen er aber doch nicht nahekommen konnte. Und dann dieser Blitz, wohl ein Schlaganfall, der am 29. September 1844 den in geselliger Runde singenden Lenau traf, ihm die eine Hälfte des Gesichts lähmte und ihn auf ...
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Opernwelt April 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Peter Hagmann
Zwei große Diven des letzten Jahrhunderts, Grace Bumbry und Gundula Janowitz, haben im vergangenen Jahr ihren 80. Geburtstag gefeiert. Beider Karrieren wurden von Herbert von Karajan nicht unwesentlich gefördert, aber ihre künstlerischen Wege haben sich nur selten gekreuzt, etwa 1963 bei einer Aufführung von Beethovens 9. Symphonie in Bayreuth unter Karl Böhm,...
Ein Gespenst geht um in Europa. Doch nicht jenes furchterregende Schreckensbild, das Karl Marx und Friedrich Engels 1848 in ihrem «Kommunistischen Manifest» heraufbeschworen, verbirgt sich hinter der schwarzen Maske. Es ist, wer hätte es gedacht, der Kapitalismus, dessen Wesen und Wirkung die Menschen – neben zahllosen anderen rationalen wie irrationalen...
Verfügen möge sie über ihn. Deutliche Beweise der Freundschaft kündigt er der Trojanischen Prinzessin gar an. Und missversteht doch den emotionalen Ausnahmezustand Ilias: Eine Vorahnung des «La ci darem la mano» blitzt da auf. Idomeneo und Ilia, auch das wäre eine Möglichkeit. Aufreizend gedacht ist das, prickelnd, und auch so inszeniert. Mehr wünscht man sich von...
