Mondesleuchten
Carlo Goldonis Libretto «Il mondo della luna», das auf Cyrano de Bergeracs utopischem Roman «Voyage dans la lune» (1650) und der französischen Adaption einer Commedia-dell’arte-Vorlage basiert, war eines der meistvertonten Opernbücher des 18. Jahrhunderts. Ursprünglich für Baldassare Galuppi geschrieben, wurde es später unter anderem von Niccolò Piccinni, Giovanni Paisiello (gleich mehrfach) und Joseph Haydn vertont. Im deutschen Sprachraum ist nur die Version des Letzteren gelegentlich auf den Spielplänen zu sehen.
Nichts wusste man bisher von der Vertonung durch Pedro António Avondano – und so gut wie nichts von diesem Komponisten selbst, der als Sohn eines Italieners und einer Französin 1714 in Lissabon geboren wurde, sich am Hof des Musikenthusiasten Joseph I. als Violinist sowie später auch als Komponist von Kammermusik und Sakralwerken hervortat und 1782 starb. «Il mondo della luna» blieb seine einzige Oper.
Bei Goldoni ist die Reise zum Mond, die von Cyrano bis Jules Verne (und darüber hinaus) die Literatur inspirierte, von vornherein ein betrügerischer Mummenschanz. Der falsche Astrologe Ecclitico befördert den leichtgläubigen Buona Fede in eine fantastisch inszenierte ...
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Opernwelt April 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 38
von Ekkehard Pluta
Sein Reich ist leer. Dort, wo einst das Publikum jubelte, sind die Sitze ausgebaut. Staub, Schutt, eine Wüstenei in Schwarz-Weiß. Mit Schauspieler Klaus Müller, der die Szenerie betritt als eine aus Zeit und Welt gefallene Lear-Version, wandeln wir über die Baustelle des Augsburger Theaters. Schwindeleffekt inklusive, als es bis hinauf geht zum Schnürboden. Die...
Die Lage ist ernst. Sie ist so ernst, dass die viel zitierten Verse des Dichter Heine einem in den Sinn treten, obschon in paraphrasierter und anders konnotierter Form. «Denk ich an Deutschland in der Nacht, / bin ich um den Schlaf gebracht !» So könnte man ausrufen, wenn man sich ein Bild von der musikalischen Bildung in diesem Land macht, oder besser müsste man...
Herr Nigl, wie sind Sie eigentlich zum Lied gekommen?
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