Ein kleines Wunder
Die Lage ist ernst. Sie ist so ernst, dass die viel zitierten Verse des Dichter Heine einem in den Sinn treten, obschon in paraphrasierter und anders konnotierter Form. «Denk ich an Deutschland in der Nacht, / bin ich um den Schlaf gebracht !» So könnte man ausrufen, wenn man sich ein Bild von der musikalischen Bildung in diesem Land macht, oder besser müsste man sagen: von der fehlenden musikalischen Bildung.
Kunst und Musik, das sind die Fächer, die an den meisten Schulen ganz oben auf der Strichliste stehen, und wer Kinder hat, dem kann schon schwindelig werden angesichts des kontinuierlich sinkenden Niveaus der zuständigen Lehrkräfte.
Da kommt Joscha Schabacks Buch «Kindermusiktheater in Deutschland» gerade zur rechten Zeit. Denn dieses Buch macht Mut, obwohl es keineswegs verhehlt, wie steinig der Weg der Kunstform Oper zu den Kindern und vice versa ist. Schaback, der die Szene und ihre Bedingungen als ehemaliger Theaterpädagoge, Dramaturg und Operndirektor quasi aus dem Effeff kennt (will sagen: von innen), untersucht anhand von vier repräsentativen Beispielen (zwei aus dem Stadt- und Staatstheater, einem aus der Freien Szene und einem aus der sozialpädagogischen Arbeit) mit ...
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Opernwelt April 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 42
von Jürgen Otten
Wiesbaden
«Il trovatore»
Das Stück ist ein einziges Rätsel. Seine Dramaturgie geradezu verstörend. Doch gerade aus dieser erheblichen Unwucht und der fehlenden Stringenz der Handlung bezieht Verdis vierte Oper ihren enormen Reiz. Weil sie Assoziationen freisetzt, Traumwelten kreiert, Spielräume eröffnet. Die auch der Regisseur Philipp M. Krenn für seine farben- und...
Wer zu den Stammgästen der Bayreuther Festspiele zählt, ist in der Regel nicht schnell zu beeindrucken, wenn ihm jemand Richard Wagner erklärt. Es muss demnach ein Hochbegabter am Werk gewesen sein angesichts der Tatsache, dass über viele Jahre für die Einführungsmatineen eines Pianisten nicht leichter Karten zu bekommen waren als für die Opernvorstellungen selbst....
Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Digitalisierung auch in der analogen Welt der Klassik Einzug hält. Apps, die Notentexte digital darstellen und immer bessere Interaktion mit dem elektronischen Material ermöglichen, schießen aus dem Boden: «forScore», «Newzik», «nkoda», «Piascore», «PlayScore», «Enote», «ScorePad», «PhonicScore» ... Immer mehr...
