Im Paralleluniversum

Theater und Opernhäuser reagieren auf die Einschränkungen mit Virtual-Reality-Formaten, als Vorreiter entpuppt sich hierbei das Staatstheater Augsburg

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Sein Reich ist leer. Dort, wo einst das Publikum jubelte, sind die Sitze ausgebaut. Staub, Schutt, eine Wüstenei in Schwarz-Weiß. Mit Schauspieler Klaus Müller, der die Szenerie betritt als eine aus Zeit und Welt gefallene Lear-Version, wandeln wir über die Baustelle des Augsburger Theaters. Schwindeleffekt inklusive, als es bis hinauf geht zum Schnürboden. Die Sanierung wird zum beunruhigenden Sinnbild für alles, was derzeit Kultur betrifft: Gut, dass wir der Zentralperson in Einar Schleefs noch nie gespieltem Monolog «14 Vorhänge» im wohlig-warmen Wohnzimmer folgen dürfen.

Die Virtual-Reality-Brille macht’s möglich.

Über 200 dieser Wunderteile verschicken die Augsburger derzeit leihweise. Anfangs passierte das nur in der eigenen Stadt, mittlerweile gibt es Anfragen auch aus Schleswig-Holstein. Ein Theater trotzt der Schließung, in dem es auf künstliche Realitäten ausweicht und dadurch weiterspielt. Sieben VR-Produktionen sind für jeweils 17,90 Euro im Angebot – zwei Ballette und fünf Schauspiele. Angefangen hat alles mit der Oper, mit der Hybrid-Produktion von Glucks «Orfeo ed Euridice» (OW 12/2020). Der inszenierende Intendant André Bücker ließ dabei das reale Geschehen ...

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Opernwelt April 2021
Rubrik: Magazin, Seite 56
von Markus Thiel

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