Modellhafte Interpretationen
Claudio Monteverdi spielt im Repertoire der großen internationalen Bühnen schon längst nicht mehr die Außenseiterrolle, in die er lange abgedrängt war. Es gab in den letzten vierzig Jahren viele wichtige, ja bahnbrechende Interpretationen in szenischer wie musikalischer Hinsicht. Der Amsterdamer Zyklus seiner drei abendfüllenden Opern, der jetzt bei Opus Arte auf DVD veröffentlicht wurde, hat gleichwohl neue Qualitätsmaßstäbe gesetzt.
Regisseur Pierre Audi nimmt eine deutliche Gegenposition ein zum barock-opulenten Musiktheater Jean-Pierre Ponnelles, aber auch zu den aufgepoppten Spaßproduktionen der neueren Zeit. Die Szene konzentriert sich auf das Wesentliche und sucht die völlige Verschmelzung mit der Musik. Man muss oft an Neubayreuth denken. Die Bühne (Michael Simon) ist karg und arbeitet mit Bildsymbolen, entscheidende Bedeutung kommt dabei der Lichtregie (Jean Kalman) zu, die über eine weite Palette nachtdunkler Stimmungen verfügt. Die Sänger sind zu einer knappen, stilisierten, verlangsamten Gestensprache angehalten, die nie ins Manierierte umkippt, da sie nicht äußerlich ist, sondern aus hoher Konzentration geschaffener Ausdruck seelischer Befindlichkeit. Den Sängern ...
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Dass Peter Sellars die Haare zu Berge stehen, ist nicht Ausdruck emotioneller Exaltiertheit, sondern gehört zu seinem Styling. Den Schrecken tragen bei seinen Inszenierungen eher jene davon, die missverständlich glauben, Werktreue heiße, ein Stück zu spielen «wie es im Büchel steht». Wobei sie im Grunde nicht die Herstellung der Uraufführungsbedingungen fordern,...
Der bemerkenswerteste Versuch, Monteverdis «Poppea» den Händen von Barockspezialisten zu entwinden und dem musiktheatralischen Mainstream zuzuführen, war 1976 in Paris zu verfolgen, als Gwyneth Jones die Titelpartie sang, Jon Vickers den Nerone gab und Christa Ludwig als Ottavia, Richard Stilwell als Ottone sowie Nikolai Ghiaurov als Seneca auf der Bühne standen....
Herr Schindhelm, Sie haben vor kurzem öffentlich erklärt, dass die Berliner Opernhäuser die bis 2009 vorgeschriebenen Einsparungen nicht erbringen können. Was hat Sie zu diesem dramatischen Schritt veranlasst, obwohl bis zum Stichtag noch drei Jahre Zeit sind?
In den Planungen liegt das Jahr 2008 bereits hinter uns – und wir wissen nicht, wie wir es bezahlen sollen....
