Editorial
Wie viele Opernhäuser braucht eine Stadt? Die Frage lässt sich nicht aufs Geld reduzieren. Sie hat genauso mit Ästhetik, Publikumsstrukturen und gewachsener Geschichte zu tun. Im Grunde ist sie eine nach der Aktualität der Gattung selbst. Und sie stellt sich als solche nicht nur in Berlin, wo die frisch gegründete Opernstiftung bereits ziemlich alt aussieht und die Zukunft nach wie vor ungewiss ist. Bis zu den Wahlen im Herbst soll, wieder mal, ein neues Konzept entwickelt werden. Auch Wien leistet sich drei Opernhäuser.
Das jüngste ist zugleich das älteste: das von Roland Geyer geleitete Theater an der Wien, das sich dem Repertoire von Monteverdi bis Mozart und der Moderne widmen will. Finanziert wird es vor allem von der Stadt. Die Subventionen für die alten Staatstheater sind dagegen seit langem eingefroren. Das bedeutet insbesondere, dass Rolle, Funktion und Legitimation der Volksoper immer wieder zur Diskussion stehen. In New York grüßen die beiden großen Operntempel vis-à-vis: ungleiche Brüder, die doch von ähnlichen Sorgen bedrängt werden. Sowohl der Met mit ihren knapp viertausend Plätzen als auch der City Opera mit immerhin knapp dreitausend Sitzen brechen die Besucher ...
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