Mittlerin zwischen den Welten

Lamia Yared und das Ensemble Oraciones mit Musik aus dem Osmanischen Reich

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Müsste man eine irgendwie adäquate Übersetzung für den Titel des Albums «Lumières Ottomanes» der libanesischen Sängerin Lamia Yared und des Ensemble Oraciones finden, so wäre wohl «Vielfalt des Osmanischen Reichs» am ehesten angemessen. Denn was die Sängerin und ihr Ensemble hier versammeln, lässt sich weder auf einen ästhetischen noch auf einen epochenmäßigen Nenner bringen. Wir hören Musik, die sich von ihrer osmanischen Herkunft her über Vorderasien zum Balkan, vom mittelalterlichen Spanien bis nach Konstantinopel, Griechenland und noch weiter erstreckt.

Musiziert auf Bratsche, Kanun (eine orientalische Kastenzither), Schlagzeug, Kemençe (eine türkische Kastenhalslaute), Violoncello, Oud (eine Schalenhalslaute aus dem vorderen Orient) und Klarinette; nebst Gesang freilich. 

«Landarico» etwa erzählt als Ballade eine Geschichte über weibliche Untreue: Eine Königin wird für den von ihr begangenen Ehebruch mit dem Tode bestraft. Ursprünglich spanisch, fand «Landarico» im sephardischen Sprachraum sowie in Serbien und anderswo Verbreitung. Gleich dieser (zweite) Titel des Albums steht demgemäß als Synonym für die vielfältigen Wege von Geschichten und Geschichtsvarianten des ...

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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 36
von Arno Lücker

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