Appell und Dorn

Das «Opera Forward Festival» in Amsterdam mit einem revolutionären Jahrgang

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Der Furor einer künstlerischen Aussage: Wann greift er uns noch wirklich an? Beim diesjährigen «Opera Forward Festival» in Amsterdam waren es gleich zwei von drei Abenden, die, im existenziellen Sinne, als Appell (mit Dorn), tief bewegten – hinreißend, hirnzerreißend. 

Vor dem Eisernen Vorhang im Opernhaus spielt das Ein-Frau-Stück «Perle Noire: Meditations for Joséphine» von Tyshawn Sorey, der hier auch als Pianist und Schlagzeuger auf der Bühne vertreten ist.

Inszeniert von dem inzwischen 65-jährigen Peter Sellars sehen wir die Sängerin Julia Bullock auf einem achtstufigen Podest in der Bühnenmitte, illuminiert von einem quadratischen Lichtkessel, der sich – der Schatten der Vergangenheit ist groß – im Laufe der Vorstellung nach oben hin zum Rechteck verdoppelt. Zur Seite: Flöte, Fagott und Saxophon (rechts) sowie D-Flügel, Schlagzeug und E-Gitarre (links). «Fair Play» im Serviervorschlag: Der Titel des Werks entpuppt sich in den ersten 20 Minuten als absolut ehrlich: Wir erleben eine zunächst ins Innere strebende Meditation über die legendäre Tänzerin, Sängerin, Schauspielerin und Widerstandskämpferin José-phine Baker. Wir schließen die Augen, versetzen uns in die 1920er- und ...

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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Im Fokus, Seite 20
von Arno Lücker

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