Aller Ehren wert

Szymanowski: Król Roger am Staatstheater Regensburg

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Das war es nun also mit der frohen und friedlichen Herrschaft König Rogers. Dass kein feindliches Heer, keine Machtintrigen aus dem Inneren, sondern ausgerechnet ein Hirte seine Regentschaft beendet und den König nebst Gattin sowie Volk in einen anarchischen Taumel versetzt – wer hätte es gedacht? Mit orthodoxem Pathos in Partitur wie Libretto startet die Chose. Man(n) ist sich einig in den Werten, welche Art von Christentum (konservativ) und was für Liebesbeziehungen (heterosexuell) geboten sind. In prachtvollen Chorälen lässt Karol Szymanowski seine einzige Oper beginnen.

Doch bald stört ein jünglinghafter Hirte das Geschehen, zunächst hört man nur über ihn und seine ketzerischen Gedanken, bald tritt er höchstselbst auf und verdreht des Königs Gattin, den Untertanen und auch dem Herrscher Kopf, Geist und Gefühlshaushalt.

Martin Enger Holm verkörpert diese androgyne Figur mit irrlichterndem Verführungsspiel und singt dazu engelhaft rein. Der zunehmend verstörte König wird von Carl Rumstadt wummernd orgelnd und doch klar interpretiert, Gattin Roxana gibt Pauliina Linnosaari als erst selbstbewusste, dann ins hormonelle Grübeln geratende kühle Blonde. Die Thesen des Hirten sind ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Jörn Florian Fuchs

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