Mit vereinten Kräften

Motiviert, selig, immer auf Sicht: Plácido Domingo kämpft sich im Festspielhaus durch die «Walküre»

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Plácido Domingo ist ein gläubiger Mensch, vor jedem Auftritt betet er zur Heiligen Cäcilia, Schutzpatronin der Musik. Bisher hat sich das gut bewährt, und so war es auch an jenem Tag Ende Juli, an dem Domingo – zuletzt 2000 als Siegmund zu Gast in Bayreuth – erneut bei den Wagner-Festspielen debütiert, diesmal als Dirigent der «Walküre».

Die Anzahl der Sänger, die sich eine zweite Karriere mit dem Taktstock in der Hand zutrauen, ist überschaubar.

Zumal im Festspielhaus, dem einzigen der Welt, wo der Dirigent den Sängern Einsätze leicht zeitversetzt geben muss und nur raten kann, ob der von ihm geformte Klang wie gewünscht im Zuschauerraum ankommt. Unter Dirigenten heißt es, für Bayreuth brauche man ein spezielles Händchen; selbst erfahrene, ob ihrer Klangsensibilität gerühmte Zeitgenossen sind hier gescheitert.

Domingo indes glaubt nicht nur an die Kraft der heiligen Cäcilia, er glaubt auch an sich selbst. Katharina Wagner, die ihn engagierte, vertraute in erster Linie auf die Zugkraft seines Namens. Es war allerdings wohl nicht ihre Idee, Domingo einzuladen. Auch nicht die von Christian Thielemann, der sich als Musikdirektor darum bemüht, Bayreuth musikalisch auf das ...

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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Florian Zinnecker

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