Großes Glück in Tanglewood
Wozu braucht Mimì einen Muff, bei 86 Grad Fahrenheit? Warum stopft der Dichter Rodolfo sein Manuskript in die gusseiserne Bullerofenatrappe, dass die Flammen hell aufschlagen, während ringsum ein Hitzegewitter aufzieht? Und wieso hat Andris Nelsons für diese einmalige konzertante Luxusaufführung von «La Bohème» in The Shed, an der er zuvor tagelang probte und feilte, so dass die saftigen Puccini-Leidenschaftsklänge bereits am hellen Vormittag weit und hoch hinausflogen über Wiesen und Wälder, Berg und Tal von Tanglewood Ground, eigens diese internationale Besetzung zusammengetrommelt
? Mit Franco Vassallo als idiomatisch perfektem Belcanto-Marcello, beweglich und schön? Mit Luca Pisaroni als süffisant-elegantem Colline, mit Kristīne Opolais als heroisch vibrierender Mimì? Es gibt auf all diese Fragen nur eine Antwort, sie hat zwei Silben, sie lautet: Bernstein.
«Celebrating Lenny at Tanglewood» ist derzeit das alles überwölbende Motto in den Berkshire Hills. Das legendäre Sommerfest des Boston Symphony Orchestra, gegründet 1937, kann mit Fug und Recht als Blaupause aller Klassik-Open-Air-Partys bezeichnet werden – und Leonard Bernstein gilt nicht nur hier an der Ostküste als der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Magazin, Seite 102
von Eleonore Büning
59. Jahrgang, Nr 9/10
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752315
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de
Redaktion
Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)
Redaktionsbüro
Andrea Kaiser | redaktion@ope...
Aix
Die Anziehungskraft der sommerlichen Festspiele in Aix-en-Provence ist ungebrochen. Rund 85 000 Besucher werden inzwischen pro Saison gezählt. Das Interesse gilt nicht nur den Opernaufführungen, sondern auch öffentlichen Proben oder den Konzerten der seit 20 Jahren bestehenden Akademie für den künstlerischen Nachwuchs. Und dem Genius loci sowieso – jenem...
Das ging schnell. Im Oktober 2017 erlebte Aribert Reimanns «L’Invisible» seine Uraufführung an der Deutschen Oper Berlin, ein halbes Jahr später lag das Stück bei Oehms auf CD vor. Ein Zusammenschnitt von drei Vorstellungen samt Generalprobe in Zusammenarbeit mit dem rbb. Das Ensemble des Staatstheaters Braunschweig, wo Operndirektorin Isabel Ostermann das Stück...
