Verbrannt
Gegenwart, grausame Gewissheit, ist eigentlich nie. Und wenn, dann nur als Gespenst, das durch die Kulissen des Lebens huscht; flüchtige Passage zwischen Vergangenheit und Zukunft; Goethe wusste schon um die Vergeblichkeit des Versuchs, den Augenblick fesselnd zu fassen. Eine aber ist da, die genießt das Transitorische, den Gedanken, das alles, was war und noch ist, bald nicht mehr sein wird, und dass die Sekunde naht, da Freund Hein sie zärtlich in die Arme nimmt, sie, die einst umschwärmte Helena von Paris. Längst widert sie das Leben an, alles Menschliche um sie herum.
Und nur noch eines will die alte Gräfin: sterben. Jetzt, augenblicklich. Ach wüsste sie nur, wie nah das (Un-)Glück ist.
Grandios, wie Hanna Schwarz diese Innenschau gestaltet. Grandios aber auch, wie Hans Neuenfels dieses zweite Bild des zweiten Akts konfiguriert. Der mondän-grauschwarze Casinosaal, den Christian Schmidt ins große Festspielhaus gebaut hat, verengt sich zum weiß-sterilen Krankenhauszimmer, das lästige Personal ist verscheucht, auf einem Stuhl klebt nun die kahle Sängerin, ohne das hennarote Pagenkopftoupet, ohne ihr giftgrünes Cocktailkleid und die feuerroten Handschuhe, bekleidet nur noch mit ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Jürgen Otten
Die am hellsten leuchtenden Sterne, die beim Young Conductors Award der Salzburger Festspiele aufgegangen sind, waren bisher Mirga Gražinytė-Tyla und Lorenzo Viotti. Aber auch die anderen Sieger des seit 2010 mit Unterstützung eines Nahrungsmittelkonzerns durchgeführten Concours, von David Afkham bis Kerem Hasan, können schöne Erfolge vorweisen. Insofern war man...
Der 19. August 1945 war für Leo Borchard ein besonderes Datum. Und das lag nicht nur daran, dass er an diesem Tag im Titania-Palast an der Spitze «seiner» Berliner Philharmoniker stand, sondern, weit mehr noch, am Programm des Konzertabends. Vor der Pause dirigierte Borchard Beethovens Erste und Strauss’ «Don Juan», im zweiten Teil lag die Partitur eines seiner...
Schön, Dich in Topform zu sehen, Simon.
Was glaubst Du, wie dankbar ich bin. Ich glaube, ich brauchte einfach mal ein Sabbatical ... ein Jahr Auszeit. Meine Kinder sind noch jung; wenn ich nicht der typische Schattenpapa sein will, müssen wir zusammen ein paar Abenteuer erleben. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn es dazu nicht erst eines Stimmproblems bedurft...
