Mit Liebe zum Detail

Las Palmas, Massenet: Thaïs

Opernwelt - Logo

Die Urlauberinsel Gran Canaria bringt man bei uns kaum mit Oper in Verbindung, es sei denn, man weiß, dass Alfredo Kraus hier geboren wurde. Dabei gibt es in der Hauptstadt Las Palmas schon seit 41 Jahren ein Opernfestival, das von dem Verein «Amigos Canarios de l’Opéra» veranstaltet und vom Staat, von der Stadt, vor allem aber von solventen Sponsoren finanziert wird. Vier Monate, von März bis Juni, dauert das Spektakel, das ganz nach dem italienischen Stagione-Prinzip organisiert ist. Fünf Produktionen kommen pro Jahr heraus, wobei der Schwerpunkt auf der italienischen Oper liegt.

Das Programm dieser Spielzeit umfasst «Lucia di Lammermoor», «Il barbiere di Siviglia», «Macbeth», «Andrea Chénier» und Jules Massenets «Thaïs» – ein Stück, das für Las Palmas ganz neu ist und auch anderswo nur selten szenisch aufgeführt wird.
Diese kanarische Erstaufführung profitiert wesentlich vom Fingerspitzengefühl des Dirigenten Eric Hull für Massenets Klangsprache. Bei dem Kanadier klingt die Musik nicht, wie so oft, süßlich und geschwollen, vielmehr schwerelos, atmosphärisch, gleichsam wie hingetupft in den lyrischen Momenten, präzise und «molto secco» bei den dramatischen Entladungen. Die Liebe ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2008
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gemischte Gefühle

Auch in der letzten Premiere vor seinem Wechsel nach Nürnberg ist Gelsenkirchens Intendant Peter Theiler mit Giacomo Meyerbeers «L’Africaine» wieder zu einer Erkundungsreise in die Welt des französischen 19. Jahrhunderts aufgebrochen. Kaum ein anderes Werk der Opernliteratur dürfte eine längere Entstehungsgeschichte gehabt haben als die 1837 unmittelbar nach den...

Puccini: Tosca

Der Tod hat ein seltsames Antlitz, das Antlitz des Egalitären, des Vermeint­lichen; alles nur halb so schlimm, nicht wirklich ernst gemeint. Eben so lächeln auch Floria Tosca, die Künstlerin, und Scarpia, der Polizeichef von Machiavellis Gnaden, in diesem entscheidenden Augenblick, der, und das rundet die Szene zur Farce, um einiges später eintritt als in der...

Lob der Didaktik

Diese Kombination ist neu: Luigi Dallapiccolas «Il prigioniero» und Schönbergs «Ode to Napoleon» an ­einem Abend. Im Pariser Palais Garnier stand das bittere Nachkriegs-Opus auf Lord Byrons in Verse gegossene Abrechnung mit Napoleon am Anfang – ein schonungsloser Blick auf die Folgen der Diktatur. Ein Sprecher rezitiert den wilden Text zu den Klängen eines...