Mit Dante gegen die Mafia

Beim legendären «Cantiere» von Montepulciano glückt ein fulminanter Neustart

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Gemäuer, Weinlaub, schiefe Treppen, hinten leuchtet die Toscana. «Kinder, mit Schrotgewehren erschossen, von Baggern überrollt, von Dynamit zerfetzt…» Es ist schön hier, es gibt keinen schöneren Ort als Montepulciano. Die Mafia ist fern, möchte man glauben, aber nun steht da Luciano Violante und rezitiert zu den Tönen eines kleinen Ensembles. Seine Bodyguards haben sich dezent an allen vier Ecken eines stilvoll restaurierten Weingewölbes der alten Bergstadt postiert.

«Schuldige! Schuldig, Söhne, Brüder, Freunde, Nachbarn zu sein, schuldig, in einer Stadt der Wölfe gelebt zu haben, Stadt einer Nation von Wölfen.» Violante klagt ganz Italien an in seiner «Kantate für die von der Mafia getöteten Kinder». Er schrieb sie 1995, als er Präsident der Antimafia-Kommission war. Heute, mit 67 Jahren, gilt Violante als einer der wenigen unbestechlichen Politiker Italiens, er ist hoch anschlaggefährdet.
Es ist mehr als nur eine Sensation, dass dieser Richter und Dichter hier auftritt. Es markiert einen Neubeginn beim legendären «Cantiere Internationale d’Arte di Montepulciano», dem Musikfest, das Hans Werner Henze 1976 in der Toscana gründete, um Hochkultur und Basis zu verbinden. Henze schrieb ...

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Opernwelt September/Oktober 2009
Rubrik: Festspiele, Seite 34
von Volker Hagedorn

Vergriffen
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