Mikroports erobern die Bühne – ist das wirklich gut?
Ich habe die Geschichte von einer Freundin, die vor Jahren als Dramaturgin im altehrwürdigen Theater der Residenzstadt B. arbeitete. Sie machten damals Offenbachs «Barbe-Bleue». Schwieriges Stück, weil durch das Frivole die politische Dimension dieser Opéra-bouffe hindurchschimmert, man aber genau das nur zart andeuten darf, will man nicht die 1001. moralinsaure Inszenierung herausbringen. Bis zur HP 2 (das ist die Orchesterhauptprobe mit Maske, Licht und dem ganzen Krimskrams) lief alles prima. Die Ideen sprudelten, es wurde viel gelacht.
Na ja, aber dann kam es eben so, wie es kommen musste: Aus heiterstem Himmel zogen Gewitterwolken auf. Und zwar im Gesicht des Intendanten. An der Kunst selbst hatte er nichts auszusetzen. Die Inszenierung sei okay, meinte er. Aber etwas anderes war gar nicht okay. Schon in Reihe 13 (dort saß der Boss) waren die Solisten nicht mehr richtig zu verstehen, wenn sie einen Dialog hatten (was betrüblicher Weise ziemlich häufig der Fall war), aber auch sonst kaum. Also wurde der Tonmeister aus seinem Kabuff geholt und dringlich gebeten, hier doch mal etwas «nachzuhelfen». Der Mann verstand auf der Stelle, was man von ihm wünschte. Die Sänger wurden im ...
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Opernwelt November 2018
Rubrik: Zwischenruf, Seite 69
von Jürgen Otten
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In der an tumultuarischen Premieren- und Uraufführungskrächen nicht armen Musikgeschichte gehört der 31. März 1913 zu den Top Acts. Bei einem von Arnold Schönberg dirigierten Konzert im Großen Musikvereinssaal zu Wien stehen neben Schönbergs erster Kammersymphonie die «Sechs Stücke für Orchester» von Anton Webern, die Nummern 2 und 3 aus Alban Bergs «Fünf...
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