Elegie für Verbliebene
Endlich. Endlich hat sich einer getraut, die gigantische Leere der Bochumer Jahrhunderthalle für sich sprechen zu lassen. Bei Christoph Marthaler ist der Riesenraum nicht spektakuläre Location, schon gar nicht schrundige Hülle für wilden Kulissenzauber. Sondern ein Protagonist sui generis. Ein schlafendes Ungeheuer, in dessen Bauch aus Stein, Glas und Stahl ein ganzer Kosmos Platz findet. (S)eine Welt melancholischer Vergeblichkeit.
Der ideale Ort mithin, um einen wahnwitzigen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, der schon lange glüht: die unvollendete «Universe Symphony» von Charles Ives ins Bild zu setzen. Nur wenige Teile der Partitur sind ausgeschrieben, der Rest blieb in Notizen und Skizzen geronnene Vision. Zu wenig für eine abendfüllende Kreation. Also erweiterte Marthaler das Material gemeinsam mit dem Dirigenten Titus Engel um andere Werke aus dem Ives-Fundus zu einem formidablen Klangparcours für 150 Musiker, zwölf Darsteller – und zwei schräge Solo-Pianisten (Bendix Dethleffsen, Michael Wilhelmi), die sich, um einen Viertelton verschoben, bizarre Gefechte an den Tasten liefern.
Ja, es ist wie immer, wenn der Schweizer Großmeister des poetisch tieflotenden Slapsticks ...
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Opernwelt November 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 26
von Albrecht Thiemann
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der für November 2018 angekündigten Musiktheater- und Opernpremieren. Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser.
Eine Liste mit Kontaktdaten finden sie hier.
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
UA = Uraufführung
Deutsc...
Im Vergleich zur Wiederentdeckungswelle der 1980er-Jahre ist es um Franz Schreker deutlich ruhiger geworden – in Zürich wurde zu diesem Komponisten freilich noch einmal ein starkes Wort gesprochen. Zur Saisoneröffnung brachte das dortige Opernhaus «Die Gezeichneten» heraus – und das in einer Produktion, die mit ihren scharfen Kanten neue Deutungswege erkennen...
Ein Gipfeltreffen der besonderen Art: Birgit Nilsson und Leonard Bernstein in ihrer einzigen gemeinsamen Aufnahme. «Fidelio», konzertant in Rom 1970. Dabei war das Ganze eigentlich nur eine Art Generalprobe. Bernstein hatte «Fidelio» bei den Wiener Festwochen des Beethoven-Jahres 1970 zugesagt, aber noch nicht dirigiert. Debüts in prominentem Rahmen waren damals...
