Mezzo und Sopran
Cooles Cover: Gnadenlos frontal fixiert Aleksandra Kurzak (sie muss es wohl sein, Vergleiche mit weniger stark bearbeiteten Photos im Booklet des Albums lösen gleichwohl Zweifel aus) den Betrachter, die Augen hinter einer insektenaugengroßen Sonnenbrille verborgen. Lange Ohrgehänge hört man beim Betrachten schon klimpern, die Haare verschwinden unter einem streng drapierten Tuch. Von Kraft und Eleganz erzählt dieses Bild, von Selbstbewusstsein – und vom Chic der 1960er- und 1970er-Jahre, als sich die Schönen und Reichen an der Côte d’Azur trafen.
Was hat das mit Cornélie Falcon zu tun, der Aleksandra Kurzak diese Aufnahme gewidmet hat? Die Epoche, die hier zitiert wird, jedenfalls nicht: Falcon lebte von 1814 bis 1897, kaum sieben Jahre reichten ihr aus, um als Sängerin Legendenstatus zu erreichen. Sieben Jahre allerdings auch, in denen sie die Reserven ihrer Stimme gnadenlos aufbrauchte. Mitten in einer Aufführung brach ihr die Stimme, die Versuche sie wieder herzustellen waren zahlreich, letztlich aber erfolglos. Falcon zog sich von der Bühne zurück und starb von den Zeigenossen nahezu vergessen. Ein eigenes Stimmfach wurde nach ihr benannt: der «falcon soprano», eine Stimme, ...
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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Medien, Seite 25
von Clemens Haustein
Es ist ein weiter Weg vom Westen der Republik bis nach Görlitz. Los geht es am frühen Morgen, vier Umstiege sind nötig mit der Deutschen Bahn, die Strecke führt über Frankfurt am Main und Leipzig nach Dresden-Neustadt. Den letzten Teil der Reise überwindet eine überfüllte Regionalbahn, sie braucht weitere 90 Minuten bis nach Görlitz, der östlichsten Stadt...
Nein, der Mond scheint hier nicht über Judäa. Weder am Anfang, wenn er im Original als seltsame Scheibe am freitonalen Firmament auftaucht und den wunderschön singenden Narren Narraboth (Denzil Delaere) in seiner nachgerade idiotischen Verliebtheit anstrahlt, noch am Ende, wenn er aus dem grellen Cis-Dur-Tremolo hervorbricht und die Prinzessin beleuchtet, kurz...
Der Autor blieb anonym. Das aber hinderte Johann Sebastian Bach keineswegs, dessen Verse über einen Sünder, der durch Jesu Trost Fürsprache und Frieden bei Gott findet, für seine Kantate «Allein zu dir, Herr Jesu Christ» zu verwenden, die anno domini 1724, genauer: am 13. Sonntag nach Trinitatis, in der Leipziger Thomaskirche aufgeführt wurde. Vor allem das dritte...
