Menschliches, allzumenschliches

Puccini: Il trittico am Theater Saarbrücken

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Panta rhei. Alles fließt. Weniger das Wasser, das sieht man hier nicht. Aber Paare und Passanten strömen dahin, mit all ihren flüchtigen Gedanken, Empfindungen, Wünschen, Sehnsüchten. Ein bestimmtes Ziel scheint keiner von ihnen zu haben, aber immerhin: Sie sind in Bewegung, weil Stillstand das Schlimmste wäre auf der Suche nach dem, was mit einem so großen Wort belegt ist: «Wie schwierig ist es, das Glück zu finden», singt Giorgetta irgendwann, fast beiläufig. In diesen wenigen Worten liegt das Dilemma nicht nur ihrer Existenz.

Auch Michele, der Mann, den sie nicht mehr liebt, Luigi, ihre Amour fou, und Tinca, der mit Alkoholexzessen den Schmerz über seine untreue Ehefrau zu tilgen sucht – sie alle leiden am Leben, an dessen Bedingungen. An der condition humaine.

Man kann das im ersten Stück der Trilogie als soziales Drama zeigen, schließlich sind die Protagonisten Seine-Schiffer, die um jeden Sou kämpfen müssen. Man kann es aber auch so machen wie Wolfgang Nägele am Saarländischen Staatstheater: Er zeigt uns die Menschen als Getriebene, voneinander Entfremdete, nur momentweise imstande, sich aus der straffen Klammer der Traurigkeit zu befreien, die sich um ihren Hals windet wie ...

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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Jürgen Otten

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