Menetekel des Untergangs
Bernhard Langs «Musiktheater für 6 Stimmen, Chor, Jazz-Combo, Turntables, Ensemble und Zuspielung» mit dem sprechenden Titel «Montezuma – Fallender Adler» sollte 2009 in Linz uraufgeführt werden. Dann bekamen die Programm-Verantwortlichen des dortigen «Kulturhauptstadtjahres» kalte Füße und ließen das Projekt fallen. Bequem ist Langs Musik nicht, verfügt mit ihrem manisch-rauschhaften Wiederholungszwang aber über ein ästhetisches Konzept, das sich nachdrücklich von allen sonstigen Spielarten des Minimalismus wie der Postmoderne absetzt.
Wie schon Wolfgang Rihm 1992 in seiner Oper «Die Eroberung von Mexiko» greifen Lang und sein Librettist, der 2001 verstorbene österreichische Lyriker Christian Loidl, zu einem Stoff, der eine Schlüsselszene der beginnenden Neuzeit zum Thema hat: die brutale Zerstörung der altamerikanischen Hochkultur Mexikos durch die spanischen Eroberer. «Gold oder Leben» – so eine der Schlüsselszenen des Stücks – heißt die Parole. Wir sehen, wie Malintzin, die zwielichtige indianische Dolmetscherin und Geliebte des Eroberers Cortéz, die Spanier mit Gold ködert, sehen, wie Cortéz in einem ganz ins Innere der Musik versenkten Zweikampf Montezuma buchstäblich seiner ...
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