Melancholie, mon amour

Jonas Kaufmann und Helmut Deutsch erleben selige Stunden von Mozart bis Mahler, Samuel Hasselhorn und Joseph Middleton sowie Daniel Behle und das Orchester der Kammeroper München erkunden Schumanns Welt

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Unselige Stunden, zunächst. Denn in der dunklen Dämmerung, da dieser Beitrag begonnen wurde, beschädigte Deutschland seinen Ruf. Zumindest den auf dem grünen Rasen, der nach 2014 in Rio de Janeiro ohnehin kaum mehr bestätigt wurde, sondern ständig gefährdet war.

Am Ende jenes Abends also, da Spanien Deutschland im opernträchtigen Sevilla dramatisch mit 6:0 demütigte, legten wir uns, auch angesichts des Überdrusses an Jogi Löws verkniffenen Erklärungen, zum Trost unbezwingbar Deutsches auf: Lieder, unter anderem von Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann, Mendelssohn, Liszt, Brahms, Wolf, Mahler, Strauss, Zemlinsky. Dazu quasi als Gäste auf den Außenbahnen Dvořák, Tschaikowsky, Grieg – dies alles dargebracht vom Münchner Edelbarden Jonas Kaufmann zusammen mit Helmut Deutsch, seinem pianistischen Eckermann seit Jahren.

Die «Selige Stunde», so der Titel des Albums, entstand quasi in alter Salontradition im Heim des Sängers. Denn Kaufmann nutzte die besondere Lockdown-Situation im Frühjahr kreativ: Da Proben im öffentlichen Raum untersagt waren, bat er das Produktionsteam ins heimische Wohnzimmer. Das Programm der Aufnahme folgt quasi einer «Schmankerl»-Dramaturgie, es bringt vieles ...

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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Gerhard Persché

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Impressum Februar 2021

62. Jahrgang, Nr 2
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

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Personalien, Meldungen Februar 2021

JUBILARE

Gabriele Schnaut studierte Musikwissenschaft und Violine in Mainz und absolvierte anschließend ihre Gesangsausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main bei Elisa Cavelti. Als Alt-Solistin in den Kantaten und Oratorien Bachs machte sie bereits während ihres Studiums, das sie als Stipendiatin der Studienstiftung des...

Fein dosiert

Gedacht waren die drei Gedichte als Trost. Als Hinweis an den Freund, hier habe doch ein Mensch vor knapp 400 Jahren das in Worte gefasst, was Wolfgang Rihm, den schwer Erkrankten, gerade bewegte. Mag bei Bariton Georg Nigl keine Absicht dahinter gesteckt haben, doch wer einem Komponisten Texte schickt, muss mit Vertonung rechnen. In diesem Fall wurde es ein...