Meisterhafter Stilmix

Krása: Verlobung im Traum Karlsruhe / Badisches Staatstheater

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Wenn Oper in der Oper zitiert wird, ist das meist Ausdruck von Komik. Hans Krása setzte noch eins drauf. Wenn er im Finale des ersten Akts seines Bühnenwerks «Verlobung im Traum» das Mädchen Sina «Casta Diva» aus Bellinis «Norma» anstimmen lässt und die Arie sich in verbaler und musikalischer Polyphonie verfängt, ist das ein virtuoses Doppelspiel mit Komik und Tragik. Sina wird gezwungen, für den reichen, alten Fürsten zu singen, mit dem ihre Mutter sie verkuppeln will – die demonstrativ besungene Keuschheit gilt ihrer fernen Liebe, Fedja.

Der Deutsch-Tscheche Krása hat seine Vorlage, eine Novelle von Dostojewski, grandios eingefangen – Simultanmusik, die die Grenzen der Tonalität ­berührt, aber nie sprengt.

Dass das Badische Staatstheater diese Oper auf den Spielplan hebt, ist ein großes Verdienst. Von Krása, dem wegen seiner jüdischen Wurzeln von den Nazis in Auschwitz Ermordeten, fand nach dem Krieg lediglich die Kinderoper «Brundibár» (die, welche Perfidie, von Kindern des KZ Theresienstadt aufgeführt werden musste) bescheidene Beachtung. Dabei war der «Verlobung im Traum» bei der Uraufführung 1933 in Prag großer Erfolg beschieden. Kein Wunder, zeugt das Stück doch von großer ...

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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Alexander Dick

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