Gesucht: Glück
Trotz ihrer erfolgreichen Weltpremiere an der New Yorker Met im Jahr 1910 findet man Puccinis «Fanciulla del West» nur gelegentlich auf den Spielplänen. Umso erfreulicher, dass sich die English National Opera nach 50 Jahren nun erstmals wieder zu einer Produktion des Dreiakters entschlossen hat.
Und dass Richard Jones, sonst eher für ironische bis surreal-groteske Lesarten bekannt, die Geschichte mit seinem Ausstattungsteam – Miriam Buether (Bühne), Nicky Gillibrand (Kostüme) und Mimi Jordan Sherin (Licht) – weitgehend originalgetreu und geradlinig vor dem Hintergrund des amerikanischen Goldrausches um 1849 inszeniert hat. Ein Plus auch die neue, gewitzt-freche Textfassung von Kelley Rourke.
Ein weiterer Glücksgriff ist die Besetzung: Susan Bullock gelang nicht zuletzt dank ihrer reifen Ausstrahlung ein einfühlsames und überzeugendes Porträt der Schankwirtin Minnie – einer Frau, die es versteht, dem Ganoven Johnson nicht nur erbaulich ins Gewissen zu reden, sondern auch seine romantischen Gefühle zu wecken. Im ersten Akt stimmlich noch etwas verhalten, fand Bullock dann zu vokaler Bestform, erfüllte ganz und gar die Rolle der frommen Heldin, die den Geliebten vom kriminellen Pfad ...
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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Panorama, Seite 44
von George Hall
Sie geben ein Interview, dabei müssen Sie gleich auf die Bühne. Macht es Ihnen nichts aus, jetzt noch so viel zu sprechen?
Mich kümmert das nicht so. Ich habe mir eine positive Form der Routine angewöhnt. Ob Vorstellung oder Probe: Ich versuche, den Tag so normal wie möglich zu gestalten und mich nicht verrückt zu machen.
Wie sieht bei Ihnen denn ein Vorstellungstag...
Jean-Baptiste Lully und sein Librettist Philippe Quinault schufen die Tragédie lyrique, auch Tragédie en musique genannt, als nationales französisches Musiktheater. Bewusst sah man sich als musikalisches Pendant zur klassischen französischen Tragödie von Corneille und Racine, setzte sich von der italienischen Oper ab und strebte ein Gleichgewicht zwischen gereimtem...
Meyerbeer e il suo tempo» war ein Programm der Accademia Nazionale di Santa Cecilia überschrieben, das in Zusammenarbeit mit dem Palazzetto Bru Zane entstand. Diana Damrau und Antonio Pappano huldigten im Oktober in Rom dem großen europäischen Komponisten. Zweifellos ein zentraler Beitrag zu dessen 150. Todestag.
Meyerbeer habe sie schon während ihres Studiums...
