Mein ewiger Traum

Arktische Impressionen: das «Íslenska söngvabókin» von Thorvaldur Gylfason

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Die Klangwelt des hohen Nordens war immer schon etwas anders verfasst, man könnte sagen: naturhafter, ursprüng -licher. Und nur wer einmal ein, zwei Wochen in diesen arktischen Gefilden verbracht hat, wird verstehen, dass auch die zeitgenössische Musik genuin anderen Gesetzen folgt als die mitteleuropäische.

Tonalität ist weder in Finnland und Schweden, noch in Norwegen, Island oder auf dem Baltikum ein Schimpfwort; die sogenannten Ideale der «west -lichen» Avantgarde gelten dort nicht als verpflichtend, und jede Form eines seriellen, spektralistischen oder ähnlich gearteten Dogmas wird in diesen Breitengraden eher schmunzelnd zur Kenntnis genommen – Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Das alles sollte man bedenken, wenn man sich das «Íslenska söngvabókin» von Thorvaldur Gylfason zu Gemüte führt, einen zweiteiligen Zyklus aus 39 Liedern auf Verse des Dichters und Musikers Kristján Hreinsson, der beim Label Polarfonia erschienen ist. Die Melodik ist meist moderat, nicht selten folkloristisch tönend und stets solide-geschmeidig, die Begleitung fließend-eingängig, untermalend, der Gestus ist einer der gefühlvollen Schlichtheit. Das wiederum darf kaum verwundern: Gylfason ist, ...

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Opernwelt März 2026
Rubrik: Medien, Seite 41
von Jan Verheyen

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