Fort vom Leben

Verdi: La traviata am Stadttheater Gießen

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Lange her, dass man in Franco Zeffirellis Verfilmung von Verdis «Traviata» nicht nur hörte, sondern sah, dass Violetta Valérys trauriges Ende in keinem Moment dieser Oper abzuwenden sein wird. Viele Inszenierungen greifen das zu Recht auf und bebildern schon die Ouvertüre entsprechend. Doch keineswegs immer so eindrucksvoll und originell, wie es nun am Stadttheater Gießen der Fall ist.

Da ist, schön, aber spärlich ausgeleuchtet, eine Art klassizistische Skulptur zu sehen, eine Schlafende (Ohnmächtige?) hingegossen, wie von Johann Heinrich Füsslis «Nachtmahr» inspiriert.

Über ihr ist etwas, das man nicht gleich erkennen kann. Dann schreckt die Frau hörbar auf, Bewegung kommt auch in die unheimliche Gestalt, die über ihr hockt. Die apart ineinander verwickelten Körper – der Dämon übergriffig – werden zu zwei einzelnen. Magdalena Stoyanova ist der biegsame, stumme Dämon im hautengen Ganzkörpertrikot (Kostüme: Henriette Hübschmann). Er ist nicht direkt brutal, aber penetrant und nicht abzuschütteln. Kaum ist Stoyanova hinter einer Wandvertäfelung verschwunden, taucht sie an anderer Stelle schon wieder auf. Könnte lustig sein. Ist aber schaurig.

Annika Gerhards ist, in feiner weißer ...

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Opernwelt März 2026
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Judith von Sternburg

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