Medea, Maeterlinck und das verlorene Paradies

Eindrücke von den Festivals in Antwerpen/Gent und in Rotterdam

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Zum zweiten Mal hat die Vlaamse Opera ihre (zum Teil schon länger bestehenden Kooperationen) mit freien Gruppen wie «Muziektheater Transparant» in Antwerpen, dem Musiktheaterkollektiv LOD in Gent und dem Veranstaltungszentrum De Singel in Antwerpen zu einem kleinen Festival zusammengefasst. Es sind überwiegend flämische und niederländische Künstler, die hier zu Wort kommen, und sie finden ein meist lokales, aber sehr aufgeschlossenes und interessiertes Publikum vor.

Die künstlerische Bedeutung des Unternehmens reicht aber über die Region hinaus – was nicht zuletzt in internationalen Koproduktionen zum Ausdruck kommt.

Einen tatsächlich ganz neuen Weg geht der Komponist Wim Henderickx mit seinem Musiktheater «Medea»: Die Musik entstand völlig unabhängig vom Text. Es ist ein aus einem mediterranen Idiom abgeleiteter großer Klagegesang, verteilt auf sechs Instrumentalisten und die ausdrucksstarke türkische Sängerin Selva Dolun Erdener. In einer wie improvisiert wirkenden Heterophonie überlagern sich die melismatischen Linien, verdichten sich und ziehen sich wieder zurück. Dabei lassen sie Raum für die vier langen Monologe, in denen Peter Verhelst die Medea-Tragödie als Selbstaussagen ...

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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Ingo Dorfmüller

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