Marmor und Müll

Aus einem Dramma per musica wird flugs eine Tragédie lyrique: Das Rossini Festival in Pesaro zeigt «Le Siège de Corinthe», Rossinis spannende Anverwandlung an den französischen Geschmack. Regisseur Davide Livermore aktualisiert klug

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Rossinis «Le Siège de Corinthe», jenes Bühnenwerk, mit dem das diesjährige Festival in Pesaro eröffnet wurde, war vor 200 Jahren seine erste Oper für das französische Publikum. 1826 in Paris uraufgeführt, stellte sie zugleich eine französische Neufassung des für Neapel komponierten «Maometto II» dar. Das Stück entstand nicht einfach durch Übersetzung, sondern durch umfassende Anpassung an den an der Seine herrschenden Geschmack. Aus dem italienischen Dramma per musica wurde eine Tragédie lyrique.

Die Handlung verlagert sich von der venezianischen Stadt Negroponte nach Korinth, das eher an das antike Griechenland erinnert. Hier belagert Mahomet II. die Stadt, deren Gouverneur Cléomè-ne daraufhin zum Widerstand aufruft. Der griechische Held Néoclès liebt dessen Tochter Pamyra, die aber auch vom Aggressor begehrt wird. Als die Stadt fällt und dessen Einwohner den osmanischen Horden erliegen, entscheidet sie sich für den Tod, während Korinth in Flammen steht. Entstanden in der Zeit des Philhellenismus, als der griechische Unabhängigkeitskampf gegen das Osmanische Reich in ganz Europa eine immense Leidenschaft entfachte, wurde die Oper für Paris auch musikalisch erweitert. Orchester und ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 38
von Stefano Nardelli

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