Wendepunkte

Mascagni: Cavalleria rusticana, Leoncavallo: Pagliacci am Staatstheater Darmstadt

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Einmal in Weiß, einmal in Grellbunt: In seiner Inszenierung der Eifersuchtsdramen «Cavalleria rusticana» und «Pagliacci» setzt Karsten Wiegand auf größtmöglichen Kontrast. Mascagnis Einakter lässt der Intendant des Staatstheaters Darmstadt, der auch sein eigener Bühnenbildner ist, vor einem Kirchenportal aus weißem Naturstein mit breitem Treppenaufgang spielen. Eine rechteckige Öffnung in der hohen, hellen Wand markiert die Kirchentür – ein Nadelöhr, durch das sich die Kirchgänger hindurchzwängen müssen.

Leoncavallos «Pagliacci» dagegen spielt in einem Filmstudio, in dem eine Netflix-Serie über das Zirkusmilieu gedreht wird. Glitzernd bunt wie ein Knallbonbon. Auf einer LED-Wand entstehen leuchtende Filmkulissen, auf zwei zusätzlichen Projektionsflächen flackern Live-Bilder, die von Kameraleuten auf der Bühne eingefangen werden. Auch in den schrillen Kostümen (Judith Adam) wird farblich aus dem Vollen geschöpft. Eine Fan-Gruppe hält das alles in Selfies und TikTok-Reals fest.

Trotz dieses visuellen Kontrasts sind beide Opern inhaltlich fest miteinander verklammert. Mascagnis Einakter erzählt die Geschichte eines Mannes zwischen zwei Frauen, dem das Gerücht, in der Nähe des Hauses ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Panorama, Seite 61
von Silvia Adler

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