Mal ehrlich: Aus dem Leben eines Taugenichts

Opernwelt - Logo

Opernsänger sollen ja so geldgeil sein. Mi-mi-mi-mi-mi-mehr-Gaaaage! Ich finde das unfair. Wir glauben nämlich, die Dirigenten kriegen zu viel Kohle. Wenn man mal die Menge Klang bedenkt, die sie in den Aufführungen faktisch beitragen. Ein Stöhnen hier, ein Grunzen da – sonst ist von ihnen doch praktisch nichts zu hören.

Aber darüber will ich mich jetzt gar nicht aufregen, das heb ich mir noch auf. Dass wir nach unserer Gage jodeln, hat meistens gute Gründe. Es gibt nämlich Opernhäuser, die ihre Künstler nicht termingerecht auszahlen – oder überhaupt nicht.

Nur die Sänger, wohlgemerkt. Dirigenten werden selbst dann entlohnt, wenn die Welt gerade untergeht, davon bin ich überzeugt. Es ist noch nicht lange her, da ließ die Römische Oper ein paar mies bezahlte Sänger auf dem Trockenen, hatte für den Dirigenten aber sehr wohl was flüssig. Der, wohlgemerkt, in der USA ein Millionengehalt bezieht.

Solche Zaubertricks hat auch der Florentiner Maggio Musicale auf Lager. Da wurde gerade für viel Geld ein neues Theater gebaut. Geknapst wird an den Sängergagen. Auf Facebook gibt’s sogar schon eine Selbsthilfegruppe, in der sich Geprellte ausweinen. Leute, die für Produktionen aus dem Jahr 2013 ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Christopher Gillett

Weitere Beiträge
Impressum

Impressum

56. Jahrgang, Nr 12
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752284

Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de

Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 06.11.2015

Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....

Maximaler Ausdruckswille

Im Sommer gab die Deutsche Grammophon bekannt, dass Franco Fagioli einen Exklusivvertrag unterschrieben hat. Statt mit Ausgrabungen und Raritäten, die Fagiolis Diskografie bisher prägten, präsentiert sich der argentinische Countertenor auf seiner ersten Aufnahme für die wiederbelebte und etwas bemüht modernisierte Archiv Produktion als Orfeo in Christoph Willibald...

Wem die Stunde schlägt

Damals, 1836 in Sankt Petersburg, gab es nach dem Polenakt keinen Applaus. Trotz der prächtigen Tänze und Gesänge, mit denen Michail Glinka ihn in seiner neuen Oper servierte. Die Polen hatten schließlich erst sechs Jahre zuvor versucht, den russischen Zaren loszuwerden, der ihnen vom Wiener Kongress als König vorgesetzt worden war. Jetzt saß Nikolaus I. im...