Magischer Expressionismus
Eigentlich ein ganz normaler Ort, so ein Hotelzimmer. Das gilt selbst dann, wenn es mit einem Konzertflügel und Wandschmuck à la Louis XV., mit Flachbildschirm und Baldachin überm Bett ausgestattet ist.
Doch normal ist wenig von dem, was in den zwei pausenlosen Stunden an der Bayerischen Staatsoper in diesem Hotelzimmer geschehen wird: Da macht sich schon bald das Bett selbstständig, darunter taucht eine zitternde Frau im Pyjama auf; da saust plötzlich die Stuckdecke gen Himmel und schieben sich die Wände derart bedrohlich zusammen, dass von all den herrlichen Möbeln nur eine riesige Müllhalde bleibt. Was die Bühnenbildnerin Rebecca Ringst als ebenso durchgestylte wie dynamische Raumkomposition für Sergej Prokofjews Oper «Der feurige Engel» entworfen hat, demonstriert genau das, was auch Regisseur Barrie Kosky in dem während der letzten Jahre wieder häufiger aufgeführten Stück sieht: Er will die magischen, psychotischen, parapsychologischen und religiösen Motive nicht auflösen, sondern im Kontrast mit dem Setting einer vermeintlich durch und durch aufgeklärten Gegenwart noch steigern.
Schließlich war die Moderne bereits auf dem Höhepunkt, als Prokofjew in den 1920-er-Jahren den zur ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Michael Stallknecht
Ihre erste gemeinsame Arbeit für die Musiktheaterbühne wurde vor 15 Jahren in San Francisco uraufgeführt: «Dead Man Walking». Seitdem sind Jake Heggie und sein Kompagnon Terence McNally ein gefragtes Gespann. An der Dallas Opera meldeten sich der Erfolgskomponist und der Erfolgsdramatiker unlängst mit ihrer jüngsten Errungenschaft zu Wort: «Great Scott». Eine, um...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Au Monde: 3., 17., 31.
– West Side Story: 8.
– Orlando: 10., 22.
– Tosca: 24.
Altenburg
siehe Gera
Annaberg-Buchholz
T...
Zwei Meister der Stille und der minimalistischen Reduktion haben in einer ehemaligen U-Boot-Fabrik in Tallinn zu einer Musiktheater-Produktion zusammengefunden (siehe OW 7/2015): der estnische Komponist Arvo Pärt und der amerikanische Theaterkünstler Robert Wilson, der vier Kompositionen Pärts – «Sequentia», «Adam’s Lament», «Tabula rasa» und «Miserere» – zu einer...
