Aus der Mottenkiste
Ihre erste gemeinsame Arbeit für die Musiktheaterbühne wurde vor 15 Jahren in San Francisco uraufgeführt: «Dead Man Walking». Seitdem sind Jake Heggie und sein Kompagnon Terence McNally ein gefragtes Gespann. An der Dallas Opera meldeten sich der Erfolgskomponist und der Erfolgsdramatiker unlängst mit ihrer jüngsten Errungenschaft zu Wort: «Great Scott». Eine, um es gleich zu sagen, ungelenke, überfrachtete Backstage-Comedy, die Heggie wieder einmal nutzt, um seine kompositorischen Anverwandlungskünste auszustellen.
Alles überzuckert mit der für ihn typischen sangbar-klebrigen Melodienglasur, versteht sich.
Und so geht der dünne Plot: Die berühmte Opernsängerin Arden Scott steckt in der Midlife-Crisis. Sie kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um mit der Uraufführung einer verloren geglaubten Belcanto-Oper an vergangene Bühnenerfolge anzuknüpfen. Zu dumm, dass am Premierenabend das lokale Football-Team ein wichtiges Spiel zu bestreiten hat. Schon diese Koinzidenz wirkt so konstruiert wie die meisten Einfälle des Librettisten. Probenszenen und Sequenzen aus der Vorstellung des wiederentdeckten Werks alternieren mit sentimentalen Flashbacks der Sängerin. Mal sinniert sie über ihre ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Heidi Waleson
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