Männerphantasien

Salieri: Il mondo alla rovescia SALZBURG | LANDESTHEATER

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Die Machos können beruhigt sein. Männer am Herd, Frauen an der Macht, dies sogar mit einer Generalin an der Spitze, so etwas bleibt beschränkt auf eine Enklave im Ozean. Zumindest in jener «verdrehten Welt», die Antonio Salieri auf ein Libretto von Caterino Tommaso Mazzolà imaginierte. «Il mondo alla rove -scia» heißt der Zweieinhalbstünder im Original und verschwand 1795 nach der Uraufführung im Wiener Burgtheater im Orkus – Jahrhunderte vor dem Frauenwahlrecht und der «Emma».

2009 machte man sich in Salieris Heimatstadt Legnago und in Verona an die Reanimation, die Neuburger Kammeroper besorgte im Jahr darauf die deutschsprachige Erstaufführung.

Dass der nächste Versuch nun ausgerechnet in der Mozartstadt Salzburg erfolgt, ist pikant – wobei die von Stück und Film «Amadeus» genährte angebliche Todfeindschaft der Komponisten ja längst widerlegt ist. Dennoch knüpfen Regisseurin Alexandra Liedtke, Bühnenbildner Philip Rubner und Johanna Lakner (Kostüme) listige Verbindungen. Etwa wenn zum Staatsakt auf der Insel ein Bruder Sarastros in Gold unterm Schinkel-Himmel die Arme ausbreitet. Oder wenn im Finale ein Schriftzug von «Le nozze di Generale» kündet und das Wort Mozart ...

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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Markus Thiel

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