Liebespaare in blühenden Büschen

Die Potsdamer Musikfestspiele tauchen ein in «Musik und Gärten» – zum Beispiel mit der ersten amerikanischen Oper, «La púrpura de la rosa» aus Peru

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War der Königlich Preußische Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné ein verkappter Bühnenbildner? Auf diesen Gedanken kann kommen, wer die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci besucht.

Bevor man eine der im Schlosspark verstreuten Aufführungsstätten erreicht, nimmt das Auge herrliche Kulissenwechsel wahr: Hier eröffnen die raffiniert
geschwungenen Pfade den Blick auf ein Anwesen im italienischen Stil, dort überrascht man zwischen blühenden Sträuchern ein junges Liebespaar, dann wiederum zieht einen die Hauptallee mit der ganzen Sogkraft der Zentralperspektive zum mächtigen Kuppelbau des Neuen Palais.

Im 1768 eröffneten Schlosstheater haben Opernaufführungen schon seit den Zeiten des Alten Fritz Tradition. Neuen Schwung bekam der Ort 1991, als sich die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten «Parkfestspiele» unter Leitung der Musikwissenschaftlerin Andrea Palent zu einem Alte-Musik-Festival von internationaler Ausstrahlung mauserten. Seitdem ist es für viele Berliner Opernfreunde zu einem Ritual geworden, im Sommer in die Regionalbahn zu steigen, um mindestens eine der bis zu drei Opernproduktionen zu erleben, mit denen das Festival sein jährlich wechselndes Schwerpunktthema ...

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Opernwelt August 2015
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Carsten Niemann

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