Liebespaare in blühenden Büschen
War der Königlich Preußische Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné ein verkappter Bühnenbildner? Auf diesen Gedanken kann kommen, wer die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci besucht.
Bevor man eine der im Schlosspark verstreuten Aufführungsstätten erreicht, nimmt das Auge herrliche Kulissenwechsel wahr: Hier eröffnen die raffiniert
geschwungenen Pfade den Blick auf ein Anwesen im italienischen Stil, dort überrascht man zwischen blühenden Sträuchern ein junges Liebespaar, dann wiederum zieht einen die Hauptallee mit der ganzen Sogkraft der Zentralperspektive zum mächtigen Kuppelbau des Neuen Palais.
Im 1768 eröffneten Schlosstheater haben Opernaufführungen schon seit den Zeiten des Alten Fritz Tradition. Neuen Schwung bekam der Ort 1991, als sich die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten «Parkfestspiele» unter Leitung der Musikwissenschaftlerin Andrea Palent zu einem Alte-Musik-Festival von internationaler Ausstrahlung mauserten. Seitdem ist es für viele Berliner Opernfreunde zu einem Ritual geworden, im Sommer in die Regionalbahn zu steigen, um mindestens eine der bis zu drei Opernproduktionen zu erleben, mit denen das Festival sein jährlich wechselndes Schwerpunktthema ...
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Opernwelt August 2015
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Carsten Niemann
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Der Norden der Brüsseler Innenstadt ist kein idyllischer Ort. Die großen Boulevards mit ihren pompösen Wohnblocks zerfransen am Nordbahnhof, der Straßenstrich wirkt am Sonntag noch deprimierender als sonst, das ganze Viertel ist eine von Büroeffizienz und Kommerz diktierte Bausünde der 90er-Jahre. In der großstädtischen Ödnis drängen sich nur vor dem Théâtre...
Den Haag, 1966. Eben war Vincenzo Bellinis Romeo-und-Julia-Variante «I Capuleti e i Montecchi» an der Scala neu herausgekommen. Nun wurde die Aufführung zu einer Attraktion des Holland Festivals. Und das auch wegen der jungen und selbst Insider-Kreisen noch kaum bekannten Interpreten: Jaume Aragall als Romeo, Luciano Pavarotti als sein Rivale Tebaldo und am Pult...
