Letzte Bastion

Rossinis «Semiramide» markiert das Finale der klassischen Belcanto-Ära – das macht Mark Elders Einspielung mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment vorbildlich klar

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Die 1823 in Venedig uraufgeführte «Semiramide» ist die letzte, größte und – mit fast vier Stunden Spieldauer – längste Oper, die Rossini für Italien schrieb. Das verworrene Sujet um die babylonische Königin Semiramis, die mit Hilfe ihres Geliebten Assur ihren Gatten Nino getötet hat und an seiner Stelle regiert, bevor schließlich ihr Sohn Arsace den Vater rächt, gehört zu den meistvertonten Stoffen der Operngeschichte.

Dramaturgisch versackt das Stück mit seinen operntypischen Intrigen irgendwo zwischen blassem Klassizismus und schauriger Prä-Romantik, fesselt als emotionales Hörtheater aber für einen langen Abend. Seit der Wiederbelebung durch Joan Sutherland und Marylin Horne in den 1960er-Jahren sind zahlreiche, meist mehr oder minder gekürzte Studioeinspielungen und Livemitschnitte erschienen. Sie alle toppt jetzt die ungekürzte Aufnahme durch die Londoner Opera Rara Society, die sich in den 40 Jahren ihres Bestehens große Verdienste um die Wiederentdeckung vergessener Meisterwerke des frühen 19. Jahrhunderts erworben hat.

Als absolutes Plus gegenüber der diskografischen Konkurrenz so bewährter Rossini-Dirigenten wie Alberto Zedda oder Antonino Fogliani erweist sich dabei die ...

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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Uwe Schweikert

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